Brüssel mietet 100 Hotelbetten für Einwanderer, die Asyl beantragen wollen

Mit 100 Hotelbetten will die Stadt Brüssel Einwanderern und Flüchtlingen Übernachtungen anbieten, die vor dem Asylzentrum Klein Kasteeltje (Foto) warten müssen, um sich hier anzumelden, bzw. um hier einen Asylantrag stellen zu können. Viele der Betroffenen müssen notgedrungen die Nacht auf der Straße verbringen, doch dies will die Stadt angesichts der winterlichen Temperaturen vermeiden.

Die Stadt Brüssel arbeitet dazu mit der Bürgerplattform BXL Refugees und mit den Ärzten ohne Grenzen zusammen, denn das Asylzentrum Fedasil in der ehemaligen Kaserne Klein Kasteeltje kann die Asylsucher nicht alle auffangen. Täglich warten hier 100 bis 200 Personen auf Einlass, doch die Verantwortlichen räumen Familien mit Kindern, alleinstehenden Frauen und unbegleiteten Minderjährigen Vorrang ein. Allein hier angekommene Männer müssen oft tagelang warten, bevor sie ihren Asylantrag in Belgien stellen können. Und erst dieser Antrag berechtigt auf Unterbringung.

Das bedeutet, dass zahlreiche männliche Asylantragsteller die Nächte auf der Straße verbringen. Das tun sie nicht selten direkt vor dem Gebäude, um am frühen Morgen möglichst am Anfang der Warteschlange zu sein… Philippe Close (PS), der Bürgermeister von Brüssel Stadt, unterstrich, dass es nicht seine Befugnis sei, für diese Menschen eine Lösung für die Nacht zu finden, doch es investiert in die Hotelbetten, denn „wir können diese Leute in diesem extremen Winterwetter doch nicht obdachlos lassen.“

Weitere Lösungen auch außerhalb Brüssels

In den nächsten zwei Wochen soll dann ein Gebäude des Öffentlichen Sozialhilfezentrum der Stadt in Bordet umgebaut sein, in dem 150 bis 200 Personen übernachten können, wie aus der Stadt verlautete. BXL Refugees und die Ärzte ohne Grenzen werfen der Politik vor, in dieser Frage zu passiv zu sein. Die Bundesregierung müsse hier ihre Verantwortung übernehmen, denn Fedasil ist eine Bundesbehörde.

Sammy Mahdi (CD&V), Staatssekretär für Asyl und Migration, kündigte vergangenen Woche an, Aufnahmemöglichkeiten in der Kaserne von Glons in der Provinz Lüttich zu schaffen und auch in anderen Städten soll es Notunterkünfte geben: Damme (Westflandern), Leopoldsburg (Limburg), Jambes bei Namür, Marcinelle (Hennegau), Nonceveux (Lüttich) und im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

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