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"Der Flämische Energielieferant" meldet Konkurs an: Tausende Kunden und auch eine Provinz betroffen

„Der Flämische Energielieferant“, ein eher kleiner Mitspieler am Strom- und Gasmarkt in Belgien, musste Konkurs anmelden. Die aktuelle Preisentwicklung an den internationalen Märkten habe man so nicht erwartet, so die Stellungnahme von CEO Stijn Lenaerts. .Betroffen sind rund 70.000 Kunden und die Provinz Ostflandern, die Energie über sogenannte „Gruppenankäufe“ beim „Flämischen Energielieferanten“ getätigt hatte.

Der kleine flämische Energielieferant sah sich dazu gezwungen, Konkurs anzumelden, denn die Weltmarktpreise für Strom und Gas hätten sich auch im Großhandelsbereich mehr als verdreifacht, so CEO Lenaerts. Man könne die Menge an Energie, die für den kommenden Winter veranschlagt wird, nicht mehr beschaffen und müsse aus diesem Grunde die Bücher schließen.

„Der Flämische Energielieferant“ hatte diesen Schritt im Vorfeld mit der Regulierungsbehörde für Strom und Gas im belgischen Bundesland Flandern, VREG, mit dem Netzbetreiber Fluvius und mit den betroffenen Kunden in der Privatwirtschaft abgesprochen, hieß es weiter dazu.

Das Unternehmen, dass erst seit 2019 besteht, versorgt rund 70.000 private Haushalte und vor allem mittelständische Unternehmen mit nachhaltigem Strom und mit Gas. Zu den Betroffenen gehört auch die Provinz Ostflandern, die über den „Flämischen Energielieferanten“ mit sogenannten „Gruppenankäufen“ 26.000 Haushalte mit bis dato günstigerem Strom und Gas versorgte.

Bei den Provinzbehörden sucht man jetzt nach Lösungen, auch auf juristischer Art. Die Provinz Ostflandern bittet die betroffenen Kunden, keine Vorschüsse mehr an das Unternehmen zu zahlen und auch die automatischen Zahlungsvorgänge an den „Flämischen Energielieferanten“ über die Banken zu beenden.

Das in Konkurs gegangene Unternehmen bittet alle Kunden selbst, sich einen anderen Energielieferanten zu suchen. Für die wird es gerade jetzt teuer, angesichts der aktuellen Großmarktpreise einen neuen Strom- und Gasvertrag abzuschließen. Für die Dauer von 60 Tagen werden die Betroffenen vom Energielieferant Fluvius beliefert, allerdings zu etwas höheren Preisen. 

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