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Mundmasken: Wurden die belgischen Behörden letztes Jahr bei einem Millionenankauf übers Ohr gehauen?

In den Ermittlungen bezüglich des Ankaufs von Mundschutzmasken durch die belgische Bundesregierung beim luxemburgischen Unternehmen Avrox im April 2020 stehen vier Personen unter Verdacht. Seinerzeit bestellte die Regierung bei Avrox 15 Millionen Mundschutzmasken, doch schon früh fiel auf, dass etwas mit diesem Auftrag und mit dem Unternehmen nicht stimmt. Deshalb eröffnete die Bundesstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren.

Ende April 2020 bestellte die geschäftsführende belgische Regierung unter Premierministerin Sophie Wilmés (MR) 15 Millionen Mundmasken, doch schnell wurde deutlich, dass etwas mit dem Lieferunternehmen Avros nicht stimmt.

Das Management dieses Unternehmens wirkte zwielichtig, die Dokumente, auf deren Basis die Bestellung erfolgte, warfen ebenfalls Fragen auf. Die belgische Betrugsbehörde erstattete bereits früh Anzeige und nur kurz danach begannen Ermittlungen durch die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel.

Im Mai 2021 fanden Hausdurchsuchungen in mehreren europäischen Ländern statt und eine Zeit lang wurde der Geschäftsführer von Avros in Untersuchungshaft genommen. Jetzt wurde deutlich, wie die flämische Wirtschaftszeitung meldet, dass in diesem Fall gegen vier Personen Anklage erhoben wird.

Ihnen wird Urkundenfälschung, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Das bedeutet indirekt, dass die belgischen Bundesbehörden in dieser Angelegenheit möglicherweise betrogen wurden. Wer die vier Verdächtigen sind, wurde nicht bekanntgegeben.

Die Mundschutzmasken von Avrox waren kurz danach ebenfalls umstritten, denn sie enthielten mutmaßlich gesundheitsschädliche Stoffe. Letztendlich riet die Regierung vom Gebrauch dieser Masken ab. Diese waren am Anfang der Pandemie im Frühjahr über die lokalen Behörden gratis an die Bevölkerung in Belgien abgegeben worden. 

DLE

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