Mehrere unbegleitete minderjährige Migranten und Flüchtlinge haben kein Dach über dem Kopf

Etwa zwei Dutzend unbegleitete Minderjährige, die im Asylzentrum Klein Kasteeltje in Brüssel einen Antrag auf Asyl oder auf eine Aufenthaltsgenehmigung stellen wollen, sind dort abgewiesen worden und dies mit der Begründung, man habe keinen Platz für sie. Notgedrungen mussten diese Kinder und Jugendliche einige Nächte auf der Straße verbringen.

Tag für Tag warten zahlreiche Migranten auf eine Möglichkeit, im Auffangzentrum der staatlichen Asylbehörde Fedasil Klein Kasteeltje in Brüssel ihre Anträge stellen zu können und damit dort aufgenommen zu werden. Doch nicht selten müssen sie die Nacht im Freien verbringen, weil dort kein Platz für sie ist. Jetzt wurde bekannt, dass da in letzter Zeit auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei waren. Die Zahlen schwanken dabei zwischen einem Dutzend Kinder und Jugendliche und 30 Betroffenen. 

Für diese Minderjährigen wird jetzt nach einer Lösung gesucht. Die Hilfsorganisationen fordern von belgischen Staat, dass dieser für mehr Räume zum Unterbringen von solchen Asylanwärtern sorgen muss. Zwar teilte Belgiens Asyl-Staatssekretär Sammy Mahdi (CD&V) mit, dass nicht begleiteten Minderjährigen Vorrang vor Erwachsenen eingeräumt werden müsse, doch für gut ein Dutzend Betroffene kam diese Anordnung zu spät. Sie mussten einige Nächte in diesen kalten Winterzeiten auf der Straße verbringen.

"Unhaltbare Situation"

Bernard De Vos Kinderrechtsverband stellte fest, dass dies das erste Mal seit dem Höhepunkt der Asylkrise 2015 ist, dass Kinder und Jugendliche keinen Schlaf- oder Aufenthaltsplatz in Belgien bekommen haben. Im Aufnahmezentrum Klein Kasteeltje können derzeit nur 16 Plätze für solche Kinder und Jugendliche angeboten werden. Das sei nicht akzeptabel, so der Kinderrechte-Beauftragte.

Sind diese besetzt, werden weitere Minderjährige einfach abgewiesen: „Das ist eine unhaltbare Situation, zumal bekannt ist, dass man dies seit einigen Tagen weiß und weil sich die Lage weiter verschärft“, so De Vos. Er und alle anderen zuständigen Ämter würden ab jetzt persönlich die Lage vor Ort untersuchen und das Alter der betroffenen prüfen, auch wenn nicht selten von älteren Personen versucht werde, ihr Alter herunterzusetzen… 

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