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Omikron ist auch in Belgien auf dem Vormarsch: Wie besorgt sollten wir sein?

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist auch in unserem Land schnell auf dem Vormarsch. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge? Sollten wir uns Sorgen machen und sind wir angemessen vorbereitet? Dies ist nur eine kleine Auswahl der vielen Fragen, die unsere Redakteure zur Omikron-Variante erhalten. 

Der Virologe Marc Van Ranst (KU Leuven, Foto unten) geht davon aus, dass die Zahl der Omikron-Infektionen noch erheblich steigen wird.  "Omikron wird einen größeren Anteil am Viren-Markt einnehmen", sagt er. "In England sind wir bereits bei 30 Prozent. Es ist möglich, dass wir in zehn Tagen auch solche Zahlen haben werden".

Wie besorgt sollten wir sein?

Die entscheidende Frage ist natürlich, ob wir uns ernsthaft Sorgen machen sollten oder nicht. "Viele Berichte sind beruhigend, was das Potenzial der Erkrankung nach einer Omikron-Ansteckung angeht", beruhigt Van Ranst. Aber wir werden abwarten müssen, was das in der Praxis bedeutet.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Auswirkungen auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen zu erkennen. "Viele Omikron-Infektionen befinden sich noch in einem frühen Stadium und haben daher keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Hospitalisierungszahlen. Das wird sich wahrscheinlich ändern."  Die Zahl der Krankenhauseinweisungen in Belgien geht derzeit weiter zurück.

Sind wir ausreichend vorbereitet, wenn Krankenhauseinweisungen wieder steigen?

Kann unser Gesundheitssystem dies verkraften? "Wir sind vorbereitet, weil wir die vorherigen Wellen bereits hinter uns haben", sagt Van Ranst. "Diese neue Variante ist aber viel ansteckender und es kann schnell gehen. Das haben wir in diesem Ausmaß noch nicht erlebt. Alles wird  tatsächlich vom Druck auf die Krankenhäuser abhängen".

Im Moment sinken die Corona-Zahlen noch, und der Virologe geht davon aus, dass dies noch einige Tage so bleiben wird.  Aber wenn die infektiösere Omikron-Variante zur vorherrschenden Variante wird und können die Zahlen wieder ansteigen.

Sollten wir die Booster-Impfungen jetzt beschleunigen?

In Großbritannien, wo die Omikron-Variante nach und nach die Delta-Variante verdrängt, wird die Booster-Kampagne beschleunigt. "Sie haben das Intervall zwischen der letzten Injektion und der Booster-Impfung verkürzt", sagt Van Ranst. "Auch das müssen wir berücksichtigen. Die Frage wurde bereits dem Obersten Gesundheitsrat vorgelegt".

Solange dieser Zeitraum nicht verkürzt wird, ist eine Aufstockung der Booster-Kampagne nach Ansicht des Virologen bei uns nicht sehr sinnvoll. "Die Hochrisikogruppen haben ihre Auffrischung bereits weitgehend erhalten", erklärt der Virologe. "Nur wenn wir diese Zeitspanne verkürzen, können wir wieder massenhaft impfen."

"In einer idealen Welt sollten wir noch schneller boosten", sagt Van Ranst, "aber wenn man uns mit vielen anderen Ländern vergleicht, haben wir schon viele Boosterdosen gespritzt."

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