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Aktion gegen Gaskraftwerke als Alternative zur Atomenergie an den Kühlturmen von Vilvoorde

Am Montagabend haben die Umweltaktivisten der flämischen Bewegung „Tegengas“, was so viel wie „Gegengas“ bedeutet, gegen den von den Regierungsbehörden bezuschussten Bau von neuen Gaskraftwerken in Belgien protestiert. Sie projizierten dazu Slogans auf die Kühlturme (Foto) des Kraftwerks von Vilvoorde in Flämisch-Brabant bei Brüssel. Damit hatten sie sich eine symbolträchtige Location für ihren Protest ausgesucht.

Mit Slogans wie „Gas is the new coal” oder “Der Umweltverschmutzer bekommt 1 Milliarde Euro Zuschüsse“ unterstrich „Tegengas“ die Proteste gegen das Unterfangen, am alten Gaskraftwerk von Vilvoorde ein neues Gaskraftwerk zu bauen und zu betreiben, um eventuelle Stromengpässe im Zuge des Atomausstieg Belgiens 2025 auffangen zu können. Vom Treidelpfad an der Zenne aus projizierten die Aktivisten ihre Slogans mit einem Beamer deutlich lesbar auf die Kühltürme.

„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem der Klimawandel wirklich entgleist. Und wenn wir die gefährliche Grenze einer Erwärmung des Klimas um 1,5 Grad nicht überschreiten wollen, dann ist für neue fossile Infrastruktur echt kein Platz mehr“, so Gert-Jan Vanaken, der Sprecher von „Tegengas“ am Montagabend gegenüber VRT NWS.

Das Energieunternehmen Engie erhalte 1 Mia. € Subsidien für den Bau von zwei fossilen Gaskraftwerken von belgischen Staat, so Vanaken: „Gelder der öffentlichen Hand für gefährliche und krankmachende Energieformen aus der Vergangenheit, das geht nicht mehr. Das gilt sowohl für Gas, als auch für die Kernkraft.“ 

Politische Differenzen

Letzten Monat hatte Flanderns Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) noch eine Bau- und Betriebsgenehmigung für die neuen Gaskraftwerke von Vilvoorde abgelehnt und zwar u.a. aus CO²- und aus Stickstoffgründen. Doch ihre Partei, die flämischen Nationaldemokraten der N-VA gehören auch zu den Befürwortern einer Laufzeitverlängerung für die beiden jüngsten Atommeiler in den AKW Tihange und Doel.

AKW-Betreiber Engie aber gibt zu verstehen, dass man diese Meiler nicht so einfach weiter am Netz lassen könne und will daran festhalten, in Vilvoorde im Rahmen des belgischen Atomausstiegs für den Übergang Gaskraftwerke zu bauen und zu betreiben. Dahinter steht auch die belgische Bundesregierung, bzw. Belgiens Energieministerin Tinne Van der Straeten von den flämischen Grünen (Groen). 

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