Minister Van Peteghem nach Bericht über Fußballskandal: Steuerprüfung bei 18 Profivereinen

Eine Sonderkommission der Steuerbehörden ermittelt zurzeit gegen 18 Profifußballvereine. Das sagt der für die Betrugsbekämpfung zuständige Finanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V) als Reaktion auf den "Pano"-TV-Bericht. Darin sprach der ehemalige Fußballspieleragent Dejan Veljkovic zum ersten Mal öffentlich über Schwarzgeld, Geldwäsche, Betrug usw., von denen Vereine, Manager, Trainer und Schiedsrichter profitierten. 

Die Behauptungen sind vor allem ein Schlag für die Fußballfans, aber auch für alle, die einen ehrlichen Beitrag zahlen", reagierte Van Peteghem, der für die flämischen Christdemokraten in der Bundesregierung sitzt. "Die Sonderkommission des Finanzamtes ist ein wichtiger Partner bei den Ermittlungen über die 'Operation Zero' (Anm. d. Red., die den großen Betrugsskandal im belgischen Fußball bloßlegte). Gegenwärtig sind 18 Profivereine Gegenstand einer Steuerprüfung. Aber mehr kann ich dazu nicht sagen."  

Auch der flämische Sportminister Ben Weyts (N-VA) spricht von einem "vernichtenden Schlag für Hunderttausende von flämischen Freiwilligen und jungen Sportlern, deren Arbeit durch diese Großverdiener in den Schmutz gezogen wird". Weyts ist besonders geschockt, dass der Königliche Belgische Fußballverband, laut Veljkovic, in den Skandal verwickelt sein soll. Er fordert eine "Gewissensprüfung".  

Sind Steuervergünstigungen für das Fußballgeschäft noch gerechtfertigt?

Vor dem offengelegten Steuerschwindel stellt sich die Frage, warum Vereine und Spieler und Steuervergünstigungen und sehr niedrige Sozialversicherungsbeiträge zahlen. 

Ab Januar zahlen Berufsspieler 15 Prozent Sozialversicherungsbeitrag auf alle Bruttolöhne über 2474 Euro. Das ist bereits mehr als heute, aber “normale” Beschäftigte zahlen 38 Prozent. Darüber hinaus können die Vereine ab Januar 75 Prozent der Quellensteuer behalten. 

Nicht die Spitzengehälter, sondern die Jugend fördern

"Wir haben jetzt im Januar einen ersten Schritt in diese Richtung getan", sagt Van Peteghem, "aber wir wollen auch eine Reform, damit die Vereine die Subventionen für Ziele ausgeben, die wir an erste Stelle setzen." Van Peteghem möchte vor allem, dass mehr Geld in die Jugend fließt.  

Von den Steuervergünstigungen für die Vereine fließt ein großer Teil jetzt in die Gehälter für Spitzenspieler. Minister Van Peteghem möchte, dass sie hauptsächlich für die Jugend und die Infrastruktur verwendet wird. 

Dieser Vorschlag wird bei der Haushaltsüberprüfung im März auf dem Tisch der Regierung liegen. 

Maklerprovisionen

Die Reform, die Van Peteghem gemeinsam mit Frank Vandebroucke (Vooruit) bis Januar umsetzen will, schränkt auch die Abzugsfähigkeit von Maklerprovisionen für Vereine ein. Die Vereine können diese Provisionen nur dann von der Steuer absetzen, wenn sie nicht mehr als 3 Prozent des Bruttogehalts des Spielers betragen, das der Vermittler ausgehandelt hat.

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