EU-Gipfel: Alexander De Croo plädiert für Harmonisierung des EU-Corona-Zertifikats

Premierminister Alexander De Croo hat am Donnerstag auf dem EU-Gipfel betont, wie wichtig es sei, den Umgang mit dem Corona-Zertifikat beim Reisen auf europäischer Ebene zu koordinieren: "Wenn jedes Land wieder anfängt, eigene Bestimmungen einzuführen, schaffen wir es nicht", sagte der belgische Regierungschef.   

Auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder in Brüssel war die Corona-Pandemie der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung. Die Gespräche dauerten bis zum frühen Nachmittag. Die Staats- und Regierungschefs waren sich darin einig, die Impfkampagnen und die Verabreichung von Booster-Impfungen zu beschleunigen.  

Die Staats- und Regierungschefs erörterten zusammen mit der EU-Kommission auch die Gültigkeit des Corona-Zertifikats sowie kohärente und koordinierte Ansätze bei den nationalen Einreisebestimmungen.  

Italien und Portugal verlangen seit Neuestem, zusätzlich zum Corona-Zertifikats einen negativen Corona-Test, sogar von geimpften EU-Reisenden. Für Premier Alexander De Croo gefährden solche Alleingänge die Funktionsweise des digitalen EU-Corona-Zertifikats. 

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"Mit dem digitalen Covid-Zertifikat haben wir eine gute europäische Lösung, die das Reisen der Bürger innerhalb der Europäischen Union erleichtert und sicherer macht. Versuchen wir, uns an diese europäische Lösung zu halten. Wenn jedes Land wieder anfängt, eigene Bestimmungen einzuführen, schaffen wir es nicht", sagte der belgische Regierungschef.

Gleichzeitig plädierte De Croo für eine Erweiterung des Corona-Zertifikats (auch Covid-Safe-Ticket in Belgien), um z. B. die "Booster"-Dosis aufzunehmen. Das würde die Bevölkerung motivieren, sich diese zusätzliche Dosis verabreichen zu lassen. In diese Richtung geht auch der Vorschlag der Europäischen Kommission, die Impfbescheinigungen auf 9 Monate zu begrenzen und sie im Falle einer Booster-Dosis zu verlängern. Belgien unterstützt diesen Vorschlag. 

Die EU-Kommission hatte auch eine Aktualisierung der Reiseempfehlungen (aus Drittländern einerseits und innerhalb der EU andererseits) vorangetrieben. Belgien hat sich für einen obligatorischen PCR-Tests vor der Abreise für alle Reisenden aus Nicht-EU-Ländern ausgesprochen. 

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