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Zur Abschreckung von Transmigranten: Dänische Luftwaffe überwacht die belgische Küste

Jede Nacht fliegt ein dänisches Militärflugzeug vom Flughafen Lille in Frankreich ab und kontrolliert die nordfranzösische und belgische Küste auf die Anwesenheit von Transmigranten, die mit Booten nach England wollen. Die Überwachung erfolgt im Auftrag der europäischen Agentur Frontex. Die Besatzung gibt der Polizei vor Ort Anweisungen, um die Boote zu stoppen.   

Seit einiger Zeit versuchen Transmigranten, in Schlauchbooten von Nordfrankreich und der belgischen Küste England zu erreichen. Schätzungsweise haben allein in diesem Jahr Tausende von Flüchtlingen auf diese Weise den Ärmelkanal überquert.   

Als Ende November mehr als 30 Bootsflüchtlinge vor der Küste von Calais ertranken, schien die Situation nicht mehr unter Kontrolle. Die Behörden riefen Frontex auf den Plan. 

Frontex

"Frontex ist die unabhängige europäische Agentur für den Schutz der Außengrenzen", erklärt die Sprecherin der belgischen Polizei An Berger. Neben der Überwachung der Grenzen ist sie auch für die Suche und Rettung auf See zuständig: "Frontex braucht die Ressourcen der Länder der Europäischen Union. In diesem Fall stellt die dänische Luftwaffe eine Challenger 604 zur Verfügung, um die Strände aus der Luft zu überwachen". 

Wärmebildkamera

Das Flugzeug startet jede Nacht vom Flughafen in Lille. "Es dreht Runden über den Stränden von Calais und Zeebrugge. Der Jet ist mit einer Vielzahl von Sensoren, wie z. B. Wärmebildkameras, ausgestattet, um Personen am Strand oder auf dem Meer leicht zu erkennen. "Die Transmigranten bereiten ihre Überfahrt in der Nacht vor und sind vom Boden aus nur schwer zu verfolgen. Aus der Luft ist es viel einfacher", fügt Berger hinzu. 

An Bord befinden sich neben den Piloten auch Techniker, die die Sensoren und Kameras steuern. Ein französischer Polizeibeamter, der auch mitfliegt, leitet Informationen oder Gefahrensituationen online an seine Kollegen am Boden weiter. "Die Polizeistreifen vor Ort nehmen dann Personenkontrollen vor und können die Transmigranten vor der Abfahrt stoppen", sagt Berger. 

Strand von Zeebrügge
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Belgische Polizei noch nicht an Bord

Die Einsätze, die jeweils zwischen vier und sechs Stunden dauern, werden von Frankreich aus gesteuert. Die belgische Polizei ist noch nicht an Bord. Das dänische Flugzeug steigt in Frankreich auf und wird die belgischen und französischen Strände noch bis Ende Dezember überwachen. "Aber die Aufgabe von Frontex ist damit noch nicht beendet", weiß Berger. "Ein Flugzeug aus einem anderen Land wird dann die Überwachung übernehmen." 

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