Für 2025 geplanter Atomausstieg in Belgien: Noch ist nichts definitiv ausgemacht

Der belgische Finanzminister und stellvertretende Premierminister Vincent Van Peteghem (CD&V, flämische Christdemokraten), hat am Sonntagmittag im VRT-Magazin De Zevende Dag gesagt, dass in der Debatte über die Energieversorgung und die Schließung der Atomkraftwerke noch nichts definitiv ausgemacht sei. Für den Vorsitzenden der frankophonen Liberalen (MR), Georges-Louis Bouchez, der ebenfalls an der TV-Debatte teilnahm, ist eine vollständige Schließung der Atomkraftwerke im Jahr 2025 ausgeschlossen. 

Das aktuelle Gesetz sieht die endgültige Abschaltung der sieben Atomreaktoren für 2025 vor. Der Koalitionsvertrag hat dieses Ziel festgeschrieben, stellt aber die Verlängerung der Reaktoren Doel 4 und Tihange 3 in Aussicht, falls die Notwendigkeit der Stromversorgung dies erfordert.  

Die frankophonen Liberalen fordern seit langem, die Laufzeit der letzten beiden Reaktoren zu verlängern. Der MR-Vorsitzende glaubt nicht, dass Belgien den Atomausstieg zeitlich schafft. Außerdem stelle sich das Problem der Betriebsgenehmigungen für Gaskraftwerke. Die Genehmigungsanfrage für das Gaskraftwerk in Vilvoorde wurde von der flämischen Ministerin Zuhal Demir (N-VA) abgelehnt. 

Entscheidung der Regierung noch vor Ende des Jahres?

Der stellvertretende Premierminister Van Peteghem (Foto) wiederholte, dass für ihn Kosten und Energieversorgung an erster Stelle stehen, wenn über Plan A, die vollständige Abschaltung von der Atomenergie, gesprochen wird. 

Engie hat angekündigt, eine neue Betriebsgenehmigung für das Kraftwerk in Vilvoorde zu beantragen. Eine andere Möglichkeit bestehe darin, das Gesetz zu ändern, um weitere Gaswerke in Seraing und Manage einzubeziehen.  

“Auch Plan B, eine Verlängerung der Atomkraftwerke, ist zurzeit als Maßnahme nicht ausgeschlossen", stellte Van Peteghem klar. Die Regierung sollte bis Ende des Jahres eine Entscheidung treffen.  

Vincent Van Peteghem wollte keinen konkreten Zeitplan nennen. "Es ist wichtig, dass wir eine gute Entscheidung treffen, aber wir müssen schnell entscheiden", sagte er. Der Kern wird sich nächste Woche weiter mit dem Dossier befassen.

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