Laden Video-Player ...

Mehrere tausend Teilnehmer an dritter Demonstration gegen Corona-Maßnahmen

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntagnachmittag auf den Straßen in Brüssel gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus zu demonstriert. Sie sprachen sich u. a. gegen die Impfpflicht für (Gesundheits-)Fachkräfte und gegen die Verwendung des Covid-Safe-Tickets (CST) aus. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 3 500 Personen teil. Die Organisatoren gaben die Zahl der Demonstranten mit 37.500 an. 

Wie bei den beiden vorangegangenen Demonstrationen am 21. November und am 5. Dezember begann der Protestmarsch am Brüsseler Nordbahnhof und führt über den Ring zum Jubelpark in der Nähe des Brüsseler Europaviertels. 

Aufgeheizte Stimmung nach Demonstration gegen Corona-Maßnahmen

Der Marsch, der um 13 Uhr am Nordbahnhof begann, verlief friedlich. Auch nachdem alle Demonstranten den Jubelpark erreicht hatten, kam es zu keinen Zwischenfällen. 

Gegen 16.15 Uhr suchte eine kleine Gruppe von Randalierern jedoch ausdrücklich die Konfrontation mit der Polizei. Die Polizisten, die am Ausgang des Parks im Europa-Viertel (Foto oben) standen, wurden mit Feuerwerkskörpern, Ästen, Pflastersteinen und Glasflaschen beworfen. Die Polizei ging mehrmals mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Auch frühere Demonstrationen endeten in Ausschreitungen.

Nicolas Maeterlinck

Noch bevor die Demonstration begonnen hatte, waren  13 Personen am Brüsseler Nordbahnhof festgenommen worden. 

"Fünf von ihnen wurden wegen Rebellion und Besitzes verbotener Gegenstände verhaftet", sagt Ilse Van de Keerde von der Brüsseler Polizei. Am Rande der Kundgebung hat die Brüsseler Polizei am Sonntagnachmittag 55 Randalierer festgenommen. Ein Demonstrant wurde verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. "Es gab auch fünf Meldungen über Sachbeschädigungen", sagt Polizeisprecherin Ilse Van de Keere.

Während der Demonstration wurde auch ein RTBF-Journalist angegriffen.

Auch an diesem Sonntag marschierte die Feuerwehr mit

Dieses Mal hofften die Organisatoren, das Kollektiv Belgium United for Freedom, auf einen friedlichen Verlauf. Zu diesem Zweck wurde ein großes Team von Ordnern eingesetzt, um sicherzustellen, dass der Marsch ohne Zwischenfälle verläuft. 

Wie bei der Demonstration am vergangenen Sonntag stand auch heute Nachmittag eine Gruppe von Feuerwehrleuten an der Spitze der Demonstration. Einige von ihnen waren in Uniform, andere trugen T-Shirts mit dem Logo der Feuerwehr (Foto unten vom 5. Dezember). 

Nicht gegen die Impfung, aber für Freiheit

Der Sprecher von Belgium United for Freedom, Sarkis Simonjan, erklärte gegenüber der Presseagentur Belga, er habe kein Problem mit der Impfung gegen COVID-19 an sich, sei aber dagegen, dass sie für Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, verpflichtend gemacht wird.

"Auch das Covid-Safe-Ticket ist ein Verstoß gegen unsere Rechte und Freiheiten. Geimpften Personen wird der Zugang zu verschiedenen Orten gestattet, aber das ist keine Garantie für den Schutz vor Ansteckung", so Simonjan.  

Belgium United for Freedom fordert die Regierung auf, sich seine Argumente anzuhören, und ruft zu einer "Bürgerdebatte" auf, in der die Bürger ihre Beschwerden äußern und Fragen stellen können.

"Wir verstehen, dass es sich um eine Pandemie handelt und dass der Feind das Virus ist, aber eine Debatte über die Art und Weise, wie wir gegen das Virus vorgehen, sollte doch möglich sein. Die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, führen zu politischer Spaltung, Diskriminierung und Paranoia. Wir haben eine Reihe von Ideen und Vorschlägen, aber die Politiker werden uns zuhören müssen. Solange das nicht der Fall ist, werden wir weiter auf die Straße gehen", sagte Simonjan gegenüber Belga. 

Nicolas Maeterlinck

Auch in Antwerpen, Genk und Ostende wurde heute gegen die Impfpflicht und den Corona-Pass protestiert. Hier war die Beteiligung gering.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten