Paul Magnette

PS-Parteichef Magnette zur Kultur- und Coronapolitik: "Wir haben uns kollektiv vertan"

Der Vorsitzende der frankophonen Sozialisten PS, Paul Magnette (Foto), ist der Ansicht, dass sich die Politiker und die belgische Bundesregierung „kollektiv vertan haben“, als sie am 22. Dezember bei der Konzertierung zur Coronalage beschlossen hatten, alle Kultureinrichtungen bis Ende Januar 2022 zu schließen. 

Magnette nahm gegenüber der frankophonen Zeitung L’Echo auch die Schuld auf sich selbst: „Ich verstehe die Kritik der Kulturwelt und ich bin vollständig mit ihr einverstanden.“ 

Verschiedene Kultureinrichtungen wollen trotz Verbots öffnen und es wurde Klage gegen diesen Beschluss beim belgischen Staatsrat eingereicht, sowie gegen Bundesinnenministerin Annelies Verlinden von den flämischen Christdemokraten CD&V. Zudem trifft sich der Kultursektor an diesem Dienstag mit Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke von den flämischen Sozialisten Vooruit.

Ich verstehe die Kritik der Kulturwelt und ich bin vollständig mit ihr einverstanden.“

PS-Parteichef Paul Magnette

PS-Parteichef Magnette stellt selbst fest, dass es keinen objektiven Grund gab, um die Kultur zu schließen, doch diese wurde in den Beschluss, Aktivitäten in Innenräumen zu untersagen, mit einbezogen: „Wir hätten das vermeiden können, wenn die Kulturminister auf Basis von Kriterien, wie Belüftung, Maskennutzung und Coronapass ein Zertifikat eingeführt hätten, mit dem die kulturellen Einrichtungen hätten weitermachen können.“

Magnette ist der Ansicht, dass die Politik die Weihnachtsferien jetzt nutzen müsse, um ihre eigene Krisenpolitik in Frage zu stellen, das Vertrauen wieder herzustellen und allgemeine Maßnahmen auszuarbeiten. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten