Andreas Kockartz/VRT

Die belgische Güterbahn Lineas verkauft Lokomotiven und Waggons, um sie zurück zu leasen

Die Güterzug- und Logistiksparte der belgischen Bahn, Lineas, hat dieses Jahr im Rahmen einer Sale-and-lease-back-Konstruktion Lokomotiven und Waggons an ausländische Leasing-Gesellschaften veräußert, um diese danach wieder zu mieten. Dabei handelt es sich um 109 Diesellokomotiven und um 4.000 Güterwagen.

Lineas verkaufte im November der luxemburgischen Leasing-Gesellschaft Beacon 109 Dieselloks vom Typ HDL 77/78 (Foto oben) und veräußerte der französischen Leasing-Gesellschaft Ermewa rund 4.000 Güterwaggons. Ziel der Aktion ist zum einen, dass Lineas seinen finanzielle Puffer verstärken kann und zum anderen, dass mit den dadurch eingenommenen Mitteln weiter ins Wachstum dieses international erfolgreichen Unternehmens investiert werden kann.

Der Deal mit Beacon hat eine Laufzeit bis 2023 und das Abkommen mit Ermewa ist ein einmaliger Vorgang, mit dem die betreffenden Waggons definitiv verkauft und zurückgemietet werden. Lineas stellt sich also weiter flexibler auf, was sich auch in der Übernahme von anderen Eisenbahnunternehmen zeigt.

Übernahme in den Niederlanden

In diesem Jahr übernahm Lineas z.B. auch den niederländischen Güterbahn-Dienstleister IRP (Independent Rail Partner), der vor allem Zugbeförderungen und Rangieraufträge im Hafen von Rotterdam anbietet. Beide Unternehmen arbeiten schon mehrere Jahre eng zusammen und Lineas kann davon profitieren, dass IRP 23 Ziele von Rotterdam, dem größten Hafen Europas, in den Niederlanden ansteuert.

Zu beiden Vorgängen wurden keine finanziellen Details bekanntgegeben. Lineas hat sich inzwischen zum größten privaten Güterzug- und Bahnfrachtunternehmen in Europa entwickelt und bietet entsprechende Dienstleistungen europaweit an. Mit rund 2.100 Mitarbeitern generiert das Unternehmen einen Jahresumsatz von etwa 500 Mio. €. 

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