Verkehrschaos in Antwerpen: Niederländische Autos fahren bis in die kleinsten Straßen hinein

Zahllose Niederländer umgehen den Corona-Lockdown im eigenen Land und strömen nach Belgien

Seit dem coronabedingten Lockdown in den Niederlanden strömen die Menschen aus unserem Nachbarland massiv nach Belgien. Sie gehen hier ins Restaurant, stürmen die Einkaufsmeilen und sorgen nicht selten für Verkehrsstaus und für überfüllte Züge. Nicht wenige in Belgien halten dieses Verhalten für „asozial“. Doch auch Deutsche kommen in großer Zahl nach Belgien. Sie haben nur ein Ziel, denn sie wollen hier Böller und Feuerwerkskörper kaufen.

Der Zustrom der Niederländer, die in diesen Tagen in Belgien die Restaurants und die Geschäfts „stürmen“, ist massiv. Am Dienstag kam es im Antwerpener Raum zu einem in Ferienzeiten nie gesehenen Verkehrschaos, ausgelöst durch zahllose Autos mit niederländischem Kennzeichen.

Dieses Verhalten stößt in diesen Coronazeiten nur auf wenig Gegenliebe. Zwar freuen sich manche Händler und Gastronomen über diese gerne mitgenommenen Umsätze, doch in politischen Kreisen ist der Ärger groß. Antwerpens Provinzgouverneurin Cathy Berx nannte dieses Verhalten in einem Gespräch mit einer niederländischen Radiostation am Dienstag „asozial, nicht solidarisch und unverständlich.“

Niederlande warnen vor zu vollen Zügen

Inzwischen geht die Sache so weit, dass die niederländische Regierung ihre Landsleute davor warnt, mit dem Zug nach Belgien zu reisen. Die Züge seien völlig überfüllt und dadurch sei es unmöglich, coronagerechte Abstände zwischen den Menschen einzuhalten. Die Sicherheitskräfte von Securail der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB mussten mehrmals energisch auftreten und baten um Unterstützung durch die Bahnpolizei. Mittlerweile hat die Bahn die Zahl der Sitzplätze in den Zügen, die über die Grenze in die Niederlande fahren, durch mehr Fahrzeuge erhöht, um mehr Raum für coronagerechte Abstände schaffen zu können. 

Antwerpens Provinzgouverneurin Berx gab zu verstehen, dass es keine gesetzliche Handhabe gebe, Tagestouristen aus den Niederlanden nicht ins Land zu lassen und der niederländische Premierminister Marc Rutte rief seine Landsleute dazu auf, nicht nach Belgien oder nach Deutschland zu reisen, wenn dies nicht absolut notwendig sei, doch bisher fand er kaum Gehör… 

Am Mittwochmorgen drehten unsere Kollegen von VRT-Fernsehen Bilder von einem IC-Zug, der aus Amsterdam kommend in den Antwerpener Zentralbahnhof einlief. (Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)

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Deutsche suchen im belgischen Grenzgebiet nach Feuerwerk

Die regionale Tageszeitung Aachener Nachrichten berichtet am Mittwoch von Deutschen, die aus dem gesamten Bundesgebiet ins ostbelgische Kelmis kommen, um dort Feuerwerksraketen und Böller zu kaufen.

Das bundesweite Verkaufsverbot für Pyrotechnik in Deutschland, das am Dienstag noch einmal vom Verwaltungsgericht Berlin bestätigt worden ist, sorgt laut Aachener Nachrichten dafür, dass viele ihr Feuerwerk jetzt in Belgien kaufen. Dabei ist ihnen offenbar sowohl die lange Anreise, als auch die recht hohen Preise für Feuerwerksartikel egal.

In Belgien gekaufte Pyrotechnik darf in Deutschland gezündet werden, so die Aachener Nachtrichten und auch wer noch Reste aus dem vergangenen Jahr hat, darf diese abbrennen. Dies ist aber offenbar nicht überall der Fall. An belebten Straßen und Plätzen in Deutschland ist das Zünden von Feuerwerk zum Beispiel untersagt. In einigen Städten wie Düsseldorf gibt es entsprechende Verbotszonen. 

Der deutsche Zoll stellt in den Tagen und Wochen vor Silvester bei Einreisenden immer wieder illegale Pyrotechnik sicher, die gegen das Sprengstoffgesetz verstößt.

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