Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden dankte den Rettungskräften am Nachmittag für ihren unermüdlichen Einsatz.

Bergung einer Frau 14 Stunden nach Hausexplosion in Turnhout: "Saß am Tisch, eine Etage tiefer"

Vierzehn Stunden - so lange war eines der Opfer der Explosion in Turnhout unter den Trümmern eingeschlossen. Nach einer unermüdlichen Rettungsaktion gelang es den Einsatzkräften schließlich, die Frau lebend aus den Trümmern zu befreien. Sie fanden sie immer noch am Tisch sitzend, nur ein Stockwerk tiefer. Feuerwehrchef Luc Faes erzählt von einer beeindruckenden Rettungsaktion: “Es ist eigentlich ein Wunder, dass wir sie da lebend herausbekommen haben.” 

Kurz nach der Explosion am Freitagmorgen konnten die Rettungskräfte Kontakt zu einer der verschütteten Personen aufnehmen. Es schien der Frau den Umständen entsprechend gut zu gehen. Ihre Rettung hatte absolute Priorität. 

Tunnel nicht sicher genug

Die Einsatzkräfte beschlossen daraufhin, einen Tunnel in den Trümmern auf der Rückseite des eingestürzten Gebäudes anzulegen. "Aber es war sehr gefährlich, vor allem weil der Bau des Tunnels schwierig war", sagte Feuerwehrchef Luc Faes gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. "Die letzten eineinhalb Meter konnten wir nicht ausreichend sichern. Das Risiko war zu groß und die Chance, sie von dort sicher zu befreien, war nach Ansicht der Experten sehr gering." 

Sie verlagerten die Rettungsaktion auf die Vorderseite des Wohnhauses und nahmen einen Baukran zu Hilfe. Das hat einige Zeit gedauert, denn es war viel manuelle Arbeit erforderlich. Letztendlich haben wir es geschafft. Und das ist ein echter Erfolg für alle, die den ganzen Tag hart gearbeitet haben.  

Das Opfer saß immer noch am Tisch, aber eine Etage tiefer

Die Rettungskräfte fanden die Frau in einer ungewöhnlichen Position. "Nach den Angaben der Experten, die die Befreiung durchführten, saß die Frau noch am Tisch, auf einem Stuhl. Sie lehnte sich ein wenig nach vorne auf den Tisch", erklärte Faes: "Durch die Explosion war sie vom ersten Stock ins Erdgeschoss gestürzt. Schließlich konnten wir sie in dieser Position befreien. Aber wenn man die Trümmer und die Umstände im Haus gesehen hat, ist es eigentlich ein Wunder, dass wir die Frau da lebend herausbekommen haben." 

 Am Ende war die Frau vierzehn Stunden lang eingeklemmt. Erst spät am Abend konnte sie befreit und ins Krankenhaus gebracht werden. Dennoch bezeichnet Kommandant Faes das Ergebnis der Rettungsaktion als "Hoffnungsschimmer" nach einem sehr schwierigen Tag. "Es ist schade, dass wir die anderen Opfer nicht befreien konnten", sagt er. 

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