Kurt Desplenter

Ab 22 Uhr: 24-stündiger Streik in den flämischen Gefängnissen

Das Personal in den Haftanstalten in Flandern beginnt am Sonntag um 22 Uhr in einen 24-stündigen Streik treten, um gegen die Überfüllung der Gefängnisse und den Personalmangel zu protestieren. Das haben die sozialistische und die liberale Gewerkschaft angekündigt. Die Beschäftigten in Brüssel und in der Wallonie werden ab Montagabend ebenfalls die Arbeit niederlegen. 

In den 35 Haftanstalten in Belgien ist Platz für rund 9.500 Personen, die ihre Haftstrafe verbüßen oder in Untersuchungshaft sind. Gegenwärtig aber befinden sich rund 10.700 Personen in den Zellen. 

Die Gewerkschaften fordern konkrete Aktionen von Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (flämische Liberale, Open VLD), dem sie vorwerfen, seine Verpflichtungen nur zögerlich zu erfüllen.  

“Die 280 zusätzlichen Plätze, die wir schaffen müssen, um die Überbelegung in einigen Anstalten zu verringern, ist eine vorübergehende Lösung für 12 Monate und kann eventuell um weitere 6 Monate verlängert werden. In der Zwischenzeit werden wir aber die neuen Gefängnisse in Haren (Brüssel) und Dendermonde eröffnen. Zusammen mit neuen Transitanstalten werden wir in diesem Jahr 450 neue Nettoplätze schaffen", erklärte Justizminister Van Quickenborne seinerseits gegenüber VRT NWS. 

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