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2021 viermal mehr Erdbeben in Belgien registriert, als 2020: "In manchen Jahren ist die Erde etwas aktiver"

Das seismologische Netz der Königlichen Sternenwarte in Belgien  (KSB) hat im vergangenen Jahr 31 natürliche Erdbeben in unserem Land gemessen. Das sind wesentlich mehr Beben, als im Jahr davor, als nur 7 Beben registriert wurden. Aber, die in diesem Jahr festgestellten Erdbeben wurden von der Bevölkerung so gut wie gar nicht gefühlt. 

Jedes Jahr messen die Seismografen (Foto) der Sternenwarte in Belgien Erdbeben. Letztes Jahr waren es 31 natürliche Beben, die hierzulande registriert wurden. Doch diese wurden von der Bevölkerung allesamt nicht bis kaum wahrgenommen.

Eigentlich werden Erdbeben erst mit einer Stärke von 2 auf der Richterskala fühlbar. Die beiden stärksten Beben, die in Belgien 2021 gemessen wurden, hatten aber nur eine Stärke von jeweils 1,7 auf der Skala. Erst ab einer Stärke von 3 sind Beben wirklich fühlbar und dann können auch schon Schäden entstehen.

Die beiden stärksten Erdbeben in Belgien wurden am 20. Juni in Dampremy, eine Teilgemeinde von Charleroi und am 28. August in Baelen bei Eupen in Ostbelgien registriert. Letztes Jahr wurden viermal mehr Erdbeben in Belgien festgestellt, als 2020. „Wir haben dafür keine eindeutige Erklärung“, so der Geologe Koen Van Noten gegenüber VRT NWS: „In manchen Jahren ist die Erde etwas aktiver.“

Viele Beben in der Umgebung

Insgesamt wurden in Belgien und den angrenzenden Regionen im vergangenen Jahr 257 natürliche Erdbeben registriert - wesentlich mehr als in den beiden Jahren davor (2020, 45 Beben - 2021, 52 Beben). Vor allem im sogenannten „Rur-Graben“ wurden zahlreiche Erdbeben gemessen, wie Geologe Van Noten erklärte: „Entlang dieses Grabens ereigneten sich eine ganze Reihe von Erdbebenschwärmen. So nennt man eine Serie von kleinen Erdbeben an der gleichen Stelle.“

(Lesen Sie bitte unter der Karte weiter)

Die meisten Beben wurden im Dorf Rott, ein Ortsteil der Gemeinde Roetgen zwischen Aachen und Monschau in Nordrhein-Westfahlen registriert. Nicht weniger als 126 Erdbeben wurden dort 2021 von den Seismographen registriert. Aber nur einige dieser Beben waren auch fühlbar. Diese hatten eine Stärke von 2,6 auf der Richterskala und waren bis Eupen in Ostbelgien, bis Eschweiler nördlich von Roetgen und bis Voerendaal in der niederländischen Provinz Südlimburg spürbar, so der Geologe.

Von Menschen ausgelöste Beben

Daneben registrierten die Seismologen der Königlichen Sternenwarte in Belgien 12 Beben, die vom Menschen ausgelöst wurden. Die meisten davon standen in Zusammenhang mit einem Erdwärmeprojekt in Dessel in der Provinz Antwerpen.

In der näheren Umgebung von Belgien wurden letztes Jahr auch über 370 Explosionen registriert, die seismologisch fühlbare Beben ausgelöst hatten. 367 davon waren Sprengungen in Steinbrüchen und in mindestens 6 Fällen handelte es sich im kontrollierte Sprengungen von Bomben und anderer Munition aus den beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts in der Nordsee, die die Kampfmittelräumdienste der Marinen von Belgien, Frankreich oder den Niederlanden stattfanden. 

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