BELGA

Fünfzehn Ärzte suspendiert, weil sie sich gegen die Corona-Impfung ausgesprochen haben

Die Ärztekammer, die die Deontologie der belgischen Ärzte überwacht, hat im vergangenen Jahr fünfzehn Ärzte vorübergehend suspendiert, weil sie sich gegen die Corona-Impfung ausgesprochen hatten. Das schreibt die französischsprachige Wochenzeitung Le Vif. Das Berufsverbot reicht von einem Monat bis zu zwei Jahren. Die Ärzte können jedoch Einspruch erheben.

Am 23. Januar 2021 hatte die belgische Ärztekammer eine deontologische Stellungnahme an alle seine Mitglieder, d. h. an alle in Belgien praktizierenden Ärzte, gerichtet. In diesem Papier hieß es unter anderem, dass die Kammer “der Verbreitung von Informationen, die nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen, entschieden entgegentreten wird.” 

Im vergangenen Jahr haben die auf Provinzebene organisierten Kammern Dutzende von Beschwerden im Zusammenhang mit Aussagen über Corona-Impfungen bearbeitet und 22 Verurteilungen ausgesprochen. In einigen Fällen handelte es sich um Verwarnungen oder Verweise, in fünfzehn Fällen jedoch um eine Suspendierung, d. h. ein vorübergehendes Verbot der Berufsausübung. 

Ärzte verklagen Ärzte

Die Beschwerden kamen sehr oft von anderen Ärzten. "Das ist außergewöhnlich", erklärte Michel De Neyer, stellvertretender Vorsitzender der Ärztekammer: Aber das lag daran, dass diese Ärzte unter sehr großem Druck standen. Sie arbeiteten in der Notaufnahme, auf einer Intensivstation oder in einer Allgemeinpraxis und waren aufgrund der vielen Patienten überlastet. Sie mussten mit Entsetzen feststellen, dass Kollegen, die von der Impfung abrieten, die öffentliche Gesundheit gefährdeten.”  

"Die Daten der Weltgesundheitsorganisation zeigen deutlich, dass falsche Informationen an Patienten sofort zu einem Vertrauensbruch, zu niedrigeren Impfraten und zu einem Anstieg der Infektionsraten führen", so Deneyer weiter. 

Berufsverbot von bis zu zwei Jahren

Die Suspendierung der Ärzte dauert zwischen einem Monat und in einigen Fällen bis zu zwei Jahren. Während dieser Zeit dürfen die Ärzte nicht praktizieren, es sei denn, sie erheben Einspruch. Dieses Rechtsmittel, das in letzter Instanz bis zum Kassationsgerichtshof gehen kann, hat eine aufschiebende Wirkung. 

Es gibt (vorläufig) keine Zahlen über Beschwerden oder Verurteilungen pro Provinz oder Region. Le Vif zufolge waren die Ärztekammern in Flandern am strengsten. 

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