Impfbus in Brüssel
VRT - Gunter Joosen

In Brüssel bleibt die Impfquote weiter viel zu niedrig - Viele Omikron-Fälle in den letzten Tagen

In der Brüsseler Hauptstadt-Region greift die neue Coronavariante Omikron schneller um sich, als im Rest des Landes. Einer der Gründe dafür ist der zu niedrige Impfgrad in Brüssel. Während z.B. Flandern bereits 6 von 10 Erwachsenen geboostert sind, trifft das in der Hauptstadt bisher nur auf 3 von 10 Erwachsenen zu.

Nele Vandenbempt, Hausärztin in einer Praxisgemeinschaft im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek, ist der Ansicht, dass die große Herausforderung angesichts dieser Zahlen ist und bleibt, die Menschen in der Hauptstadt-Region von der Notwendigkeit einer Coronaimpfung bzw. vom Boostern zu überzeugen: „In unserer Praxis haben wir es sehr schwer. Nur die Hälfte der 18- bis 40-Jährigen, die aktive Bevölkerung also, ist geimpft. Und diese Zahl will nicht nach oben gehen.“

Ein Problem dabei ist, dass die Leute verwirrt und schlecht informiert sind: „In Brüssel können die Leute an vielen Stellen auf eine niedrigschwellige Art und Weise in ein Impfzentrum gehen, doch sie wissen das nicht. Es herrscht auch wenig Vertrauen. Die Menschen finden nicht durch das Chaos, denn die Information ist schlecht organisiert und schon von Anfang an gab es Probleme. Wir hatten z.B. keine Masken und wir haben ein eigenes Testzentrum in Schaarbeek einfordern müssen.“

Die Brüsseler Gesundheitsinspektion will, dass bis Ende Januar 90 % aller Brüsseler vollständig geimpft sind und dass am besten auch so viel wie möglich Brüsseler ihre dritte Corona-Schutzimpfung erhalten. Inge Neven, die Leiterin der Gesundheitsinspektion will die entsprechende Information deutlich verbessern und noch mehr Impfbusse in den einzelnen Stadtteilen einsetzen, als bisher.  Neben Impfbussen ist auch ein einfaches Impfen ohne Termin in verschiedenen Brüsseler Bahnhöfen und sogar am Rande der lokalen Wochenmärkte möglich. 

Neven hofft, dass es gelingen wird, die Impfquote in Brüssel nach oben zu bringen: „Wir müssen noch etwa 100.000 Menschen eine Einladung zum Boostern zukommen lassen. Das sind Leute, deren zweite Impfung weniger als 4 Monate alt ist. Damit müsste bis Ende Januar jeder eine Einladung erhalten haben, der bereits zwei Dosen bekommen hat.“ Ob auch alle Angesprochenen zur dritten Impfung in Brüssel gehen werden, ist eine andere Frage: „Wir sehen, dass etwa 80 % aller über 65-Jährigen zur Boosterimpfung gekommen sind. Bei den Jüngeren ist das etwas anders, doch das braucht etwas mehr Zeit. Aber, die werde später auch geimpft sein.“   

Impfzentrum im Brüsseler Zentralbahnhof
Andreas Kockartz/VRT

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