Archivbild nur zur Illustrierung

Vielversprechendes Pilotprojekt in Nieuwpoort: Meerwasser wird trinkbar gemacht

Im Schleusenkomplex De Ganzepoot in der flämischen Küstengemeinde Nieuwpoort fiel am Samstag der Startschuss für ein einzigartiges Pilotprojekt. Eine Wasseraufbereitungsanlage wird nicht nur Süß- und Brackwasser in Trinkwasser umwandeln, sondern auch Wasser aus der Nordsee entsalzen, damit es konsumiert werden kann. Eine neue Anlage soll langfristig jährlich rund vier Millionen Kubikmeter Trinkwasser produzieren, um 30.000 Familien zu versorgen.

Drei Unternehmen - Aquaduin, Farys und De Watergroep - arbeiten an diesem Pilotprojekt. Wenn es sich nach drei Monaten als erfolgreich erweist, soll bis 2025 eine neue Produktionsstätte entstehen, die Süß-, Brack- und Meerwasser in Trinkwasser umwandeln kann, und zwar bis zu vier Millionen Kubikmeter jährlich, was dem Jahresverbrauch der Stadt Ostende entspricht.

Ziel ist es, dass Flandern auch in Zeiten großer Trockenheit jederzeit über ausreichend Trinkwasser verfügen kann. Die Sommer werden nämlich immer häufiger anfällig für Hitzewellen. Der Norden Belgiens verfügt nur über eine begrenzte Menge an Trinkwasser. Die Süßwasservorräte sind begrenzt, vor allem in der Provinz Westflandern, die im Sommer viele Touristen beherbergt.

Neue und zuverlässige Trinkwasserquellen müssen erschlossen werden. Die drei Unternehmen hatten daher die Idee, eine neue Anlage zu entwickeln, die auch Meerwasser entsalzen kann. Der Schleusenkomplex De Ganzepoot in Nieuwpoort wurde als Standort gewählt, weil hier sechs Wasserläufe und die Nordsee zusammenfließen. Es fließt also Süßwasser aus Flüssen, aber auch Salzwasser aus dem Meer und Brackwasser. Die neue Anlage soll testen, ob es möglich ist, diese unterschiedlichen Wasserqualitäten trinkbar zu machen.

Foto: Radio 2

Einzigartiges Projekt

"Normalerweise verwenden wir Süßwasser", erklärt Johan Verbauwhede von Aquaduin, "aber wenn es lange trocken ist, können wir auf Brackwasser umsteigen. Stellen Sie sich vor, wir könnten wegen einer Dürre kein Oberflächenwasser mehr beziehen, dann hätten wir immer noch die Möglichkeit, Meerwasser zu entsalzen".

Es ist das erste Mal in Flandern, dass eine einzige Anlage drei verschiedene Wassersorten reinigt.  Wenn sich die Anlage nach drei Monaten als erfolgreich erweist, wird bis 2025 eine neue Produktionsanlage errichtet.

"Die wird 4 bis 5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser produzieren, mit der Möglichkeit, diese Menge zu verdoppeln", sagt Johan Verbauwhede. Auf diese Weise können mehr als 30.000 Familien versorgt werden, auch außerhalb der Region. Das Wasser wird auch in Regionen verteilt, in denen die Unternehmen Farys und De Watergroep aktiv sind.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten