Dave De Kock legte die Leiche des 4-jährigen Deans Samstagnachmittag auf Neeltje Jans ab

Dave De Kock, der in Belgien wegen der Entführung und Ermordung des vierjährigen Dean Verberckmoes vor Gericht gestellt werden soll, war in der Nacht von Freitag auf Samstag über die Grenze in die Niederlande gefahren. Er ließ die Leiche des kleinen Jungen am Samstagnachmittag auf der Insel Neeltje Jans (Foto) zurück. Das geht aus einer von der niederländischen Polizei veröffentlichten Suchmeldung hervor. Die Polizei sucht nach Videoaufnahmen, die den Verdächtigen zeigen könnten. 

"Der Verdächtige fuhr einen hellgrauen Peugeot 206 mit dem Kennzeichen 2-ARC-250. Der Mann war auf dieser Straße am Samstag, dem 15. Januar 2022 unterwegs. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, ob sich der kleine Dean im Auto des Verdächtigen befand", erklärte die niederländische Polizei.  

Die Ermittlungen zeigen, dass Dave De Kock in der Nacht von Freitag, dem 14. Januar auf Samstag, den 15. Januar gegen Mitternacht die belgisch-niederländische Grenze bei Sint Jansteen (in der Gemeinde Hulst) überquert hat und durch den Westerschelde-Tunnel bei Terneuzen gefahren ist. “Der Mann fuhr dann weiter nach Koudekerke, wo er sich mehrere Stunden aufhielt", merkt die niederländische Polizei an: "In der Nacht scheint er sich auch in Vlissingen aufgehalten zu haben. Außerdem war er am frühen Samstagmorgen, am 15. Januar, auch für einige Stunden in Middelburg. Er kehrte mehrmals nach Koudekerke zurück. Es ist nicht bekannt, ob der Junge während der ganzen Zeit bei ihm war", sagen die niederländischen Ermittler. 

"Nach dem letzten kurzen Besuch in Koudekerke fuhr der Verdächtige am Samstagnachmittag mit dem Auto auf die künstliche Insel Neeltje Jans, wo er den Jungen ablegte. Danach verließ er die Provinz Zeeland". De Kock wurde schließlich zwei Tage später, am Montag gegen 14.15 Uhr, in Meerkerk bei Utrecht festgenommen. Sein Auto war zuvor in Gorinchem, 15 Kilometer südlich von Meerkerk, gefunden worden. 

Zeugenaufruf

Die belgischen und niederländischen Ermittler haben am Mittwoch bei einem Koordinierungstreffen in Bergen-op-Zoom beschlossen, dass Dave De Kock in Belgien für den Tod von Dean vor Gericht gestellt werden soll. Die niederländische Polizei hat bereits eine gute Vorstellung davon, welche Strecke der Verdächtige zurückgelegt hat, sucht aber noch nach Videoaufnahmen, die entlang der von Dave De Kock gefahrenen Strecke gemacht wurden. 

Personen, die im Besitz von Videoüberwachungsaufnahmen sind, können diese über ein Formular auf der Website der niederländischen Polizei hochladen oder die Polizei über die niederländische Nummer 0900-8844 oder über die WhatsApp-Nummer +31 6 1220 7006 kontaktieren.  

"Da es sich um ein schweres Verbrechen handelt, kann das Ermittlungsteam auch anonym kontaktiert werden", sagt die Polizei. Die Mitteilung wird auch in Middelburg, Veere und Vlissingen verbreitet. Auf belgischer Seite wurden bislang keine ähnlichen Maßnahmen ergriffen. 

De Kock lehnt seine Überstellung an Belgien ab

Dave De Kock hat sich am Donnerstagnachmittag geweigert, nach Belgien überstellt zu werden, um sich dort vor Gericht zu verantworten. Das teilte die niederländische Staatsanwaltschaft mit. Eine Kammer des Gerichts in Amsterdam wird über seine mögliche Übergabe entscheiden, die Entscheidung muss innerhalb von 60 Tagen getroffen werden.  

In der Zwischenzeit bleibt der 34-jährige Mann, der wegen der Entführung und des Todes von Dean Verkeckmoes vor Gericht gestellt werden soll, in den Niederlanden in Untersuchungshaft. Der Untersuchungsrichter in Dendermonde hatte wegen der Entführung und des Mordes an einem Minderjährigen einen europäischen Haftbefehl ausgestellt, erklärte Francis Clarysse von der Generalstaatsanwaltschaft in Gent (Ostflandern). Die Lebensgefährtin von Dave De Kock wurde am Dienstagabend von einem Untersuchungsrichter in Dendermonde festgenommen. Sie wird ebenfalls der Entführung und des Mordes verdächtigt. 

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