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Hälfte der Grundschüler hatte vor der fünften Corona-Welle Antikörper entwickelt

Zwischen dem 6. und 17. Dezember 2021, kurz vor Beginn der fünften Welle wegen der Omicron-Variante, hatte etwa die Hälfte (50,9 Prozent) der (nicht geimpften) Grundschulkinder Antikörper gegen das Corona-Virus entwickelt. Das ergibt eine neue Analyse des belgischen Gesundheitsamts Sciensano in Zusammenarbeit mit der KU Leuven. 

Es handelt sich um eine Verdoppelung im Vergleich zur vorherigen Messung (26,6 Prozent), die im September/Oktober 2021 durchgeführt worden war. Das bedeutet, dass eine große Anzahl Grundschulkinder während der vierten Welle, Anfang Oktober 2021, eine durch die Delta-Variante verursachte SARS-Cov-2-Infektion hatte. 

Sciensano und die KU Leuven haben ein Jahr lang die Anwesenheit von Antikörpern gegen das Corona-Virus bei Grundschulkindern beobachtet. Während der fünften und letzten Testperiode im Dezember 2021, als Kinder unter 12 Jahren noch nicht geimpft wurden, besaßen 50,9 Prozent der 432 getesteten Schüler/innen Antikörper. 

Die Stichprobe ist repräsentativ für die Gesamtheit der Schüler in Belgien. Es bestehen jedoch regionale Unterschiede. So hatten in Wallonien 58,6 Prozent der Kinder Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt, während es in Flandern 48,2 Prozent  und in Brüssel 47,3 Prozent waren. 

Häufig unwissentlich infiziert

In einer im Rahmen der Studie durchgeführten Umfrage berichteten 26,9 Prozent der Schüler, dass sie seit Beginn der Pandemie bereits Corona hatten. Bei 15,5 Prozent der Schüler wurde die Diagnose zwischen der vierten und fünften Testperiode gestellt. Obwohl die Hälfte der GrundschülerInnen Corona hatte, deutet nur einer von vier auf eine Infektion hin, die durch einen PCR- oder Schnelltest bestätigt wurde. 

Viele Kinder mit Antikörpern wissen daher nicht einmal, dass sie mit SARS-CoV-2 infiziert wurden. Wie bereits früher gezeigt wurde, sind  Kinder, die sich angesteckt haben, selten ernsthaft krank.

Starke Zirkulation der Delta-Variante

"Die Ergebnisse lassen erkennen, dass die Delta-Variante des Corona-Virus zu einer stärkeren Viruszirkulation bei Kindern geführt hat als die anderen Varianten. Diese starke Zirkulation wurde während der vierten Welle auch in der Allgemeinbevölkerung beobachtet, trotz einer hohen Durchimpfungsrate in dieser Gruppe. Der Trend einer starken Viruszirkulation wird durch die aktuelle Omicron-Variante nur noch verstärkt", schlussfolgert Els Duysburgh, Forscherin bei Sciensano. 

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