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Belgiens Unternehmen spüren die Folgen der 5. Coronawelle immer deutlicher

In drei von vier Unternehmen in Belgien werden die direkten Folgen der 5. Coronawelle und von Omikron immer spürbarer. Tagtäglich fallen Arbeitnehmer aus, weil sie entweder mit Covid-19 infiziert sind oder weil sie nach einem Hochrisikokontakt zu Hause in Quarantäne bleiben müssen. 

Pieter Timmermans, der Geschäftsführer des belgischen Unternehmerverbandes VBO geht davon aus, dass dies in den kommenden Tagen und Wochen schlimmer werden wird. Er bittet darum um mehr Flexibilität.

In allen Branchen ist der hohe Kranken- und Abwesenheitsstand zu spüren: Im Lebensmittelsektor, in der Industrie und im Technologiesektor sowie im Einzelhandel. Der Personalausfall betrifft zwischen 6 und 25 % der Mitarbeiter in den verschiedenen Sektoren und Unternehmen. Inzwischen wirkt sich dies auch negativ auf die Umsätze aus, so VBO-CEO Timmermans.

Die Unternehmer arbeiten an Notplänen und schauen, ob sie ihre Produktion doch noch umstrukturieren können. Das ist oft ein Husarenritt. Hut an für die Unternehmer und die Beschäftigten, die noch da sind.“

Belgiens Arbeitgeberchef Pieter Timmermans

Beispiele: Beim Bauunternehmen Tectum Group in Genk in der Provinz Limburg fallen diese Woche rund 10 % der Kollegen aus und dies sehr plötzlich. Fast alle Betroffenen müssen zu Hause bleiben oder wieder nach Hause gehen, weil ihre Kinder aufgrund der geltenden Quarantäneregelungen in der Schule abgeholt und betreut werden mussten.

Im Audi-Werk in Brüssel steht die Produktion diese Woche ebenfalls still, weil zu viele Arbeiter aufgrund von Corona oder von Quarantäneregeln ausfallen. Normalerweise werden die Bänder in der kommenden Woche wieder laufen. Wie viele der rund 3.000 Beschäftigten bei Audi ausgefallen sind, wurde nicht bekannt. Bei Audi sind Mundmasken verpflichtet und wo es möglich ist, trennen Plexiglaswände die Kollegen voneinander. Der Fahrzeughersteller stellt jedem Mitarbeiter pro Woche zwei Selbsttests zur Verfügung.

Alle sind betroffen…

Neben den Unternehmen aus allen Bereichen sind auch der Einzelhandel, die kritische Infrastuktur und die mittelständischen Betriebe betroffen, sowie auch der öffentliche Dienst, wie Feuerwehr und Polizei, die Post, die Kommunalverwaltungen oder Verkehrsbetriebe wie die Eisenbahn. Hier werden im Laufe der Woche wieder einige Züge aus den Fahrplänen gestrichen, weil Lokführer oder Zugbegleiter ausgefallen sind.

Nicht zuletzt kämpfen inzwischen auch die Krankenhäuser und die Pflege- und Seniorenwohnheime mit akutem Personalmangen und dies ausgerechnet jetzt, wo dort auch wieder die Corona-Fallzahlen steigen - dank Omikron. 

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