12-Jähriger sticht einen Revierpolizisten vor einer Schule nieder

In Peer in der Provinz Limburg hat ein 12 Jahre alter Schüler einen 41 Jahre alten Revierpolizisten niedergestochen. Der Vorfall ereignete sich vor der Schule, die der mutmaßliche Täter besuchte. Neben dem Täter wurden auch dessen Mutter und dessen 17 Jahre alter Bruder festgenommen, die beide bei dem Vorfall dabei waren.

Der Revierpolizist hatte die Aufgabe, am Donnerstagnachmittag den Schulschluss am Agneten-Kolleg in Peer zu beaufsichtigen. Dabei kam es zu einer heftigen Diskussion zwischen dem Polizisten und einer Familie. Offenbar ging es darum, dass der Beamte, der den Verkehr vor der Schule regelte, zu langsam war und dass die Mutter deshalb nicht schnell genug abfahren konnte. Auf dem Handyvideo unten ist zu sehen, wie der Streit eskaliert und wie der 12 Jahre alte Junge den Polizisten zweimal mit einem Messer in den Rücken sticht.

Der Polizist, der sich zu keiner Zeit in Lebensgefahr befand, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei nahm den jugendlichen Täter ebenso fest, wie dessen Mutter und Bruder. Die lokale Polizeizone Lommel und die Staatsanwaltschaft Limburg untersuchen den Fall gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Labor der belgischen Bundespolizei. Die beiden Jugendlichen wurden am Freitagnachmittag dem Jugendrichter in Hasselt vorgeführt. Dieser veranlasste, dass der 12-Jährige für die Dauer von 3 Monaten in den offenen Vollzug einer Jugendhaftanstalt eingewiesen wird.

Gegen den 12-Jährigen wird wegen versuchtem Totschlag ermittelt und gegen den 15-Jährigen, offenbar ein Jugendlicher, der bereits polizeilich bekannt sein soll, steht der Vorwurf des bandenmäßigen Widerstands gegen die Staatsgewalt im Raum. 

Die Polizei nimmt diesen Fall sehr ernst und die auch, weil es sehr selten ist, dass ein so junger Mensch auf eine derart brutale Weise vorgeht und einen Polizisten mit zwei Messerstichen niedersticht. Der junge hatte das Messer, das er zuvor von einem 13 Jahre alten Mädchen in seiner Schulklasse bekommen hatte, weggeworfen, doch die Spurensicherung konnte diese Tatwaffe rasch unweit des Tatorts finden. 

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter - Achtung, heftige Bilder)

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Der Angriff auf den Revierpolizisten hat in Peer für Betroffenheit gesorgt. Bürgermeister Steven Matheï (CD&V) sagte, dass sich die Aufmerksamkeit dem verletzten Polizisten und dessen Kollegen widmet: „Gewalt gegen Polizisten ist komplett unzulässig. Hier geschah das auch noch bei einem Revierpolizisten, der ja ein Vermittler zwischen den Bürgern und der Polizei ist.“

Die Revierpolizisten der Polizei im Kempenland würden ihren Job sehr gut machen und sie seien sehr beliebt, so der Bürgermeister: „Und jetzt werden derartige Fakten von einem Minderjährigen Verübt. Als die Meldung die Runde machte, mussten wir mal schlucken. Das sorgt für einiges an Aufregung.“ 

Hilfe von föderaler Seite her

Jetzt steht dem Beamten und seinen direkten Kollegen ein Stressteam der Bundespolizei zur Seite und laut Bürgermeister Matheï habe sich Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) bei ihm telefonisch gemeldet und ihre Hilfe angeboten. Doch auch in der Schule in Peer, in deren direktem Umfeld sich der Vorfall abspielte, wurde den Schulkindern mit Gesprächsrunden geholfen, denn auch dort ist man von dem Ereignis mitgenommen. 

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