Großer Drogenprozess gegen "Frank de tank" und "Dikke Nordin" ausgesetzt: Anwalt wirft Gericht Befangenheit vor

Einer der Anwälte im großen Drogenprozess gegen Frank V. und Nordin E.H. vor dem Gericht in Antwerpen hat am Freitagmorgen Einspruch gegen die vorsitzende Richterin wegen Befangenheit erhoben. Infolgedessen wurde das Verfahren unterbrochen und wird sich auf jeden Fall um Wochen verzögern. 

Der große Prozess wegen Kokainhandels, den die beiden Angeklagten über den Containerhafen betrieben haben sollen, war für fünf Tage anberaumt. Am Donnerstag hatte der Staatsanwalt für die 29 Angeklagten Haftstrafen von bis zu 15 Jahren gefordert. Der Prozess dreht sich um den groß angelegten Kokainschmuggel über Container im Hafen von Antwerpen.  

Schlüsselfiguren sind die beiden Angeklagten:  Frank V. und Nordin E.H. Für "Frank de tank" forderte der Staatsanwalt eine geringere Strafe, weil dieser Geständnisse abgelegt hatte. “Dikke Nordin” lebt auf freiem Fuß in Dubai.

Diskussion über die Verschiebung

Am heutigen Verhandlungstag waren die Plädoyers der Verteidigung vorgesehen. Der Anwalt von Nordin E. H. legte vor der Anhörung bei der Gerichtskanzlei Einspruch gegen die vorsitzende Richterin wegen Befangenheit ein. Das bedeutet, dass er das Gericht nicht für neutral und zu einer unparteiischen Entscheidung fähig hält.  

Das Verfahren wurde vorläufig ausgesetzt. Das Gericht selbst hat 48 Stunden Zeit, um zu prüfen und zu entscheiden, ob es die Entscheidung aufrechterhalten will oder nicht. Wenn die vorsitzende Richterin zurücktritt, muss ein neuer Richter sich erst in die Materie einarbeiten.  

In jedem Fall wird das Verfahren mindestens einige Wochen lang zum Stillstand kommen und sich daher verzögern. 

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