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Ehemalige Bergarbeiter demonstrierten in Brüssel: Sie forderten ihre Pensionsrechte ein

Im Zentrum von Brüssel haben am Montag mehrere Tausend ehemalige Kumpel aus den Kohlezechen in Limburg demonstriert. Sie fordern zusätzlich zu ihren nachgezahlten Pensionen auch Zinsen und einen Schadensersatz und dies nach Möglichkeit noch vor dem 1. Juli. Vertreter der Bergarbeiterverbände wurden im Kabinett des Premierministers empfangen.

Die früheren Bergarbeiter haben jahrelang bzw. jahrzehntelang eine zu niedrigere Rente erhalten. Dagegen ist lange protestiert worden. Dies wiederum führte zu 2020 zu einer Gesetzesanpassung. Den Kumpeln wurde ihre Pension nachgezahlt und sie bekamen zusätzlich eine Kompensation für ihre bis dahin entgangenen Rechte. 

Doch darauf mussten sie Steuern bezahlen. Deshalb sind die Bergarbeiter der Ansicht, dass sie Recht auf Schadensersatz und entsprechende Zinsen haben, denn ihrer Meinung nach sind sie auch im Nachhinein gegenüber anderen pensionsberechtigten Beschäftigten aus anderen Sektoren benachteiligt.

Die Kumpel, die sich bei ihren Forderungen auf Studien berufen, wollen, dass diese jetzt eingeforderten Zahlungen bis spätestens zum 1. Juli 2022 auf ihr Konto überwiesen werden.

Im Rahmen ihrer neuerlichen Protestaktion wurden Vertreter der Bergarbeiter am Montag im Kabinett von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) empfangen. Michel Dylst von der Bergbauarbeiter-Vereinigung „KS-vriendenkring“ (Freundeskreis der Kempischen Steinkohleminen) sagte, dass die Kumpel auf eine korrekte Art und Weise empfangen wurden.

„Sie haben unsere Argumente angehört und wir haben ihren Argumenten zugehört. Und ich darf wohl sagen, dass ich einen sehr positiven Blick auf die kommenden Tage und Wochen habe. Wir bleiben natürlich bei unserem Standpunkt, dass die Minenarbeiter bis zum 1. Juli dieses Jahres ihre Zinsen und eine Schadensersatzzahlung auf ihren Konten haben“, so Dylst gegenüber VRT NWS. 

Weitere Zahlungen gefordert

Nicht zuletzt sind die Verbände der früheren Zechen in Limburg der Ansicht, dass die Gelder, die der Staat bei der Schließung der Zechen einsparen konnte, an die Provinz Limburg geflossen sind. Sie fordern, dass die noch nachträglich geschieht und dass entsprechende Mittel an die Investierungsgesellschaft LRM (Limburgische Rekonversions-Gesellschaft) überwiesen werden. Diese Gesellschaft finanziert bis heute die Umstellung der Zechengebiete in der Provinz Limburg auf neue Industriezweige und auch den Denkmalschutz zur Erhaltung von baulichen Überbleibseln aus der Zeit der Kohleförderung. 

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