Dries Renglé

Neonatologie: Ausbildungszentrum für zu früh geborene Babys an der Uniklinik in Löwen

Die Universitätsklinik von Löwen (UZ Leuven) in Flämisch-Brabant hat seit kurzem ein offizielles Ausbildungszentrum für Frühchen und geht dort nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in diesem Bereich vor. Die Pflege und Versorgung der zu früh geborenen Babys richtet sich nach deren Rhythmus. Das verringert die Möglichkeit, dass diese Kinder später z.B. mentale Probleme bekommen können. 

Man wisse heute, dass sich die neuroelektrische Aktivität in der Großhirnrinde im letzten Drittel einer Schwangerschaft noch vollständig entwickele, so Prof. Gunnar Naulaers, Leiter der Abteilung Neonatologie an der Löwener Uniklinik: „Das geschieht dann in der Gebärmutter, in einem Gebiet, in dem es kaum Geräusche gibt und wo wenig Licht ist. Das ist genau das, was wir versuchen, zu machen, in dem wir einerseits die Umgebung und andererseits die Pflege anpassen. Wir stören das Baby so wenig wie möglich, damit es sich weiterentwickeln kann.“  

Die Eltern werden in diesen Prozess eng mit eingebunden und in die Pflege ihres Kindes mit einbezogen. Hautkontakt ist z.B. hier sehr wichtig, damit sich das Neugeborene auch wohl fühlt. Eltern können Tag und Nacht dabei sein, wenn sie dies wünschen.

Nach dem Rhythmus des Neugeborenen

Dabei wird hier auch spezifisch medizinisches Personal ausgebildet, wie Prof. Naulaers gegenüber VRT NWS angibt und dieses arbeitet nach völlig anderen Methoden, die aber mitunter sehr einfach und logisch erscheinen: „Wenn ich als Doktor ein solches Baby untersuchen will, dann kann ich hier nicht so einfach ins Zimmer gehen und meine Untersuchung beginnen. Das Pflegepersonal würde mich rauswerfen, wenn das Baby gerade schläft. Hier ist es so, dass sie mir mitteilen, wenn das Baby wach ist und dann kann ich es untersuchen. Und nicht umgekehrt.“

In dem man in der Löwener Neonatologie das zu früh geborene Baby  und dessen Rhythmus ins Zentrum von Pflege und Versorgung rückt, haben immer weniger dieser Neugeborenen in ihrem späteren Leben emotionale Probleme und Schwierigkeiten im (sozialen) Verhalten, so die Erkenntnis. Und genau dies spielt die Universitätsklinik in Löwen in ihrer Vorgehensweise und in ihrer entsprechenden Ausbildung von neuem Pflegepersonal auch aus.  

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