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8. Mai: Am Grab des Unbekannten Soldaten in Brüssel wurde dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht

Am Sonntagmorgen fand am Grabmal des Unbekannten Soldaten an der Kongresssäule in Brüssel eine Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs statt. Am 8. Mai vor 77 Jahren kapitulierte Deutschland und die Alliierten feierten ihren Sieg. An der Veranstaltung nahmen u.a. Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder und die Vorsitzende der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament, Eliane Tillieux (beide PS) teil. Unterdessen traf sich die 8. Mai-Koalition, die sich dafür einsetzt, dass dieser Gedenktag wieder ein Feiertag wird, im ehemaligen SS-Lager Fort Breendonk. 

Am Grabmal des Unbekannten Soldaten in Brüssel nahmen auch Vertreter des belgischen Königshauses, einige in Belgien akkreditierte Botschafter und weitere belgische Bundes- und Landespolitiker teil. Die Königliche Musikkapelle der Marine spielte auf und die Armee wurde durch ein Bataillon der Prinz Baudouin-Grenadiere aus der Kaserne Leopoldsburg in der Provinz Limburg vertreten. 

Zwei junge Soldaten ergriffen während der Zeremonie das Wort: „Heute schaut die ganze Welt auf die Ukraine, wo sich die Geschichte wiederholt und wo Soldaten gegeneinander in den Kampf ziehen, angefeuert von ihren eigenen Überzeugungen oder denen ihrer Führer. Wie viele von ihnen enden namenlos? Wie können wir den Mut unserer Helden umsetzen, um gemeinsam die stets wiederkehrende Gewalt zu vermeiden?“

Nach der Zeremonie und den Ansprachen legten Vertreter des Palastes, Verteidigungsministerin Dedonder und andere Anwesende Kränze an das Grab des Unbekannten Soldaten und es folgte eine Schweigeminute.  

Die 8. Mai-Koalition trifft sich im Fort Breendonk

Die 8. Mai-Koalition, die sich dafür einsetzt, dass dieser Tag zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Belgien wieder ein offizieller Feiertag wird, hat sich am Sonntag an der Nationalen Gedenkstätte im Fort von Breendonk getroffen. In diesem früheren SS-Auffanglager riefen hunderte Vertreter von Gewerkschaften, Organisationen und politischen Parteien auch dazu auf, den Kampf gegen den Faschismus nicht aus den Augen zu verlieren.

Diese Bewegung rief einmal mehr dazu auf, mehr für die Erinnerungskultur rund um den Zweiten Weltkrieg zu unternehmen und sie forderte, dass man den Rechtsextremismus mehr in die Schranken weisen müsse. Ein Besuch im Fort Breendonk oder beom Holocaust-Museum in der Dossin-Kaserne in Mechelen könne man die Gesichte direkt und vor Ort kennenlernen und sehen, was unter anderem der Widerstand gegen die Nazis auch in Belgien geleistet habe, so die Initiatoren. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Nicolas Maeterlinck

Brüssels Regionalregierung plädiert ebenfalls für einen bezahlten Feiertag am 8. Mai

Die Mehrheitsparteien der Brüsseler Regionalregierungen - die liberale Open VLD, die sozialistischen Parteien PS und One.Brussels und die Grünen Groen und Ecolo - haben in einer Resolution deutlich gemacht, dass sie den 8. Mai wieder als einen bezahlten Feiertag sehen möchten. Auch hier überzeugte die Idee, diesen Tag als einen Gedenktag für den Sieg der Demokratie gegen den Faschismus zu nutzen.

„Seit 1974 ist der 8. Mai kein Feiertag mehr in unserem Land, doch die Brüsseler Hauptstadt-Region hat dieses Datum danach aufgegriffen, um das Iris-Fest zu begehen“, so Guy Vanhengel von der Open VLD, der hinter der Initiative steht. Das Iris-Fest ist quasi der regionale Feiertag in Brüssel.

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