Der Königin Elisabeth Wettbewerb 2022 beginnt: Diesmal widmet sich der Wettbewerb dem Cello

Nach einem Jahr ohne Wettbewerb (2020) und einem Jahr ohne Publikum (2021) findet dieses Jahr wieder ein „regulärer“ Königin Elisabeth Wettbewerb statt. Die belgische Cellistin Stéphanie Huang gehört zu den 66 Musikerinnen und Musikern, die dieses Jahr am Königin Elisabeth Wettbewerb (KEW) teilnehmen. Dieser international hoch angesehene Wettbewerb widmet sich erst zum zweiten Mal dem Cello. 

Unter den 66 Kandidaten, die dieses Jahr am KEW für Cello teilnehmen (2 Kandidaten haben abgesagt), ist eine Belgierin. Stéphanie Huang (Foto unten) ist die Schwester der Violinistin Sylvia Huang, die 2019 am Wettbewerb für Violine teilgenommen hat und dabei zu den Finalisten gehörte. Sie gewann damals auch den Publikumspreis. Für den diesjährigen Königin Elisabeth Wettbewerb für Cello hatten sich 152 Kandidaten aus der ganzen Welt beworben. Die Jury wählte unter diesen Bewerbern in einem Video-Casting 68 Talente aus, von denen letztendlich 66 am Wettbewerb teilnehmen werden.

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Stéphanie Huang

Dabei sind 18 Frauen und 48 Männer mit 25 verschiedenen Nationalitäten. Die USA sind mit 12 Teilnehmern am stärksten vertreten, Korea und Deutschland sind mit jeweils 10 bzw. 9 Kandidaten und Kandidatinnen dabei. An dem Wettbewerb nehmen auch drei russische Kandidaten und ein Ukrainer teil. Die Organisatoren des KEW heißt alle Kandidaten, ungeachtet ihrer Herkunft willkommen, wenn die auch den russischen Einmarsch in die Ukraine verurteilen. Aber, „Kunst muss die Menschheit weiter zusammenbringen und dies rund um universale Werte, wie Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.“

Unter den zu spielenden Werken sind zwei Weltpremieren

In der ersten Runde müssen alle Kandidaten mit Pianobegleitung ein Rezital von etwa 25 Minuten spielen. Dabei müssen folgende Stücke gespielt werden: Eine Sonate von Luigi Boccherini, den ersten Satz aus der „Sonate für Cello solo“ von Eugène Ysaÿe und ein modernes Werk nach Wahl aus Paul Hindemiths „Phantasiestücke!“, André Jolivets „Nocturne“ oder den beiden ersten Sätzen von Leoš Janácèks „Pohádka“. Danach kommen 24 Kanditaten und Kandidatinnen ins Halbfinale.

Dann gilt es, zwei Kompositionen, die für den KEW produziert wurden, zu spielen, also zwei Weltpremieren: „Wie aus der Ferne“ von Daan Janssens und ein bisher nicht veröffentlichtes Werk von Jörg Widman für Cello und Orchester. Dieses Orchester ist das Orchestre Royal de Chambre de Wallonie unter der Leitung von Vahan Mardirossianas. Im Finale dann werden die Kandidaten von Brussels Philharmonic mit Stéphane Denève begleitet.

Die Vorrunden beginnen an diesem Montag, 9. Mai, im Kulturhaus Flagey in Brüssel und das Finale findet vom 30. Mai bis zum 4. Juni im Bozar in Brüssel statt. 2017 gab es erst den ersten Cello-Wettbewerb des KEW. Damals gewann der Franzose Victor Julien-Laferrière. Nächstes Jahr widmet sich der Wettbewerb wieder dem Gesang und 2025 steht das Piano einmal mehr im Fokus.

Der Königin Elisabeth Wettbewerb Cello wird live über die Plattform VRT NU übertragen und über die VRT-TV- und Radiosender Klara und Canvas.   

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