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Wenn die Royals den Zug nehmen: Neue Ausstellung in der "Train World" in Schaarbeek

König Leopold I. war das erste Staatsoberhaupt der Welt, dass den Zug nahm. Damit nahm die Geschichte der königlichen Züge ihren Anfang. Kurz nach einer Ausstellung zur Geschichte des Orient Express lockt das Eisenbahnmuseum der belgischen Staatsbahn NMBS/SNCB „Train World“ mit einer neuen Ausstellung über luxuriöses Reisen. Der erste Besucher der Ausstellung „Royals & Trains“ war am Montag übrigens König Philippe (Video oben).

Die belgischen Königsfamilien fuhren in Waggons, die speziell für sie gebaut wurden. Fünf dieser Waggons sind jetzt in der Ausstellung „Royals & Trains“ in der „Train World“ zu sehen. Inzwischen sind die königlichen Waggons aber allesamt ins Museum gebracht worden, denn König Philippe und Königin Mathilde reisen in normalen Erste Klasse-Waggons, an denen lediglich ein royales Wappen angebracht wird, wie kürzlich erst bei einem Staatsbesuch in Luxemburg.

Aber Philippes Vorgänger bis König Baudouin nahmen regelmäßig den Zug, bzw. fuhren in den eigens für sie gebauten und eingerichteten Waggons. König Philippe zeigte am Montag großes Interesse an dieser Ausstellung, bzw. an den dort gezeigten Waggons. Ihn begeisterte offenbar besonders ein Speisewagen aus dem Jahr 1939, in dem König Leopold III. und sein Onkel, König Baudouin noch gereist waren.

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In der Sammlung der „Train World“ befinden sich bereits zwei royale Waggons: Ein Speisewagen von 1901 und ein Salonwagen von 1939. Speziell für die Ausstellung „Royals & Trains“ wurden aber drei weitere historische Königswagen restauriert. Ein Spezialunternehmen aus der Gegend von Lüttich restaurierte in kürzester Zeit einen Speise- und Konferenzwagen von 1905, einen Salon- und Speisewagen von 1912 und einen weiteren Speisewagen von 1939. Die Ausstellung stellt also eine Premiere dar, denn bisher waren noch nie fünf belgische königliche Waggons aus unterschiedlichen Zeiten an einem Ort zu sehen.

Der königliche Bahnhof von Laken und ein nie genutzter Bahntunnel

Die Ausstellung „Royals & Trains“ erzählt auch die Geschichte des kleinen königlichen Bahnhofs in Laken unweit des Königlichen Palastes. Dort stiegen König Leopold II., König Albert I. und König Leopold III. öfter ein, wenn es auf Reisen ging. Zum letzten Mal wurde dieser kleine schmucke Bahnhof aber 2001 genutzt, als König Albert II. und Königin Paola dort einen Sonderzug zum 75-jährigen Bestehen der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB bestiegen.

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Num risation Atelier de l'Imagier

König Leopold II. wollte sogar eine Bahnlinie bis hin zum Palast von Laken legen lassen, die seine Gäste bis zu einem unterirdischen Bahnhof bringen sollte. Der Palast war seinerzeit dessen Amtswohnung, doch er wollte dieses Schloss auch als internationales Kongresszentrum nutzen. Der Tunnel und der Bahnhof wurden sogar gebaut und auch eine monumentale Treppe zum Palast.

Doch trotz der kostspieligen Arbeiten - die Strecke sollte sogar über ein eigenes Kraftwerk verfügen, das auch gebaut wurde - ist dieser Bahnhof nie in Betrieb gegangen. Die damalige belgische Bahngesellschaft verschob seinerzeit die Elektrifizierung des Bahnnetzes und damit fiel auch die Planung für den Tunnelbahnhof ins Wasser. König Albert I. aber verfolgte die Pläne seines Vaters nicht mehr und so geriet das Vorhaben ins Vergessen. 

Die Ausstellung „Royals & Trains“ läuft noch bis zum 22. Januar 2023 in der „Train World“ im und am alten Bahnhof von Schaarbeek.

Prinses Elisabethplein 5, 1030 Schaarbeek. Info: www.trainworld.be/de/ausstellung-royals-trains

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