Rob Engelaar Fotografie

Frühjahr (fast) ohne Regen? Flandern leidet unter einer extremen Trockenheit

Auch im belgischen Bundesland Flandern herrscht in diesen Tagen eine extreme bis sehr extreme Trockenheit. Die flämische Umweltgesellschaft VMM geht nicht davon aus, dass sich das schnell ändern wird. Schon der vergangene Monat April war viel zu trocken und die ersten Flussläufe führen bereits Niedrigwasser und die Grundwasserpegel sinken. In Flandern ist es in den vergangenen 50 Jahren nicht mehr so trocken gewesen, wie in diesen Tagen. Und es wird nicht besser… 

Seit April hat sich ergeben, dass die Regionen um die Flussläufe der oberen Schelde, der Demer und der Dender zu den derzeit trockensten Gegenden in Flandern gehören. Im März und in der zweiten Aprilhälfte ist deutlich nicht genug Regen gefallen. Der Monat März ist flandernweit der trockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen.

Das Königliche Wetteramt KMI in Ukkel bei Brüssel meldete für April 28,4 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Normal wären 46,7 Liter gewesen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge der vergangenen 3 Monate hätte in Belgien bei 171,1 Liter pro m² liegen müssen. Doch es wurden nur 102,95 Liter registriert.

In Flandern ist die westliche Hälfte des Landes bedeutend trockener, als der Osten und doch sind die östlichen Provinzen Antwerpen und Limburg stark betroffen. In der Provinz Antwerpen darf kein Wasser mehr aus Seen, Teichen, Bächen und Flüssen abgepumpt werden und in der Provinz Limburg befürchten die Landwirte, dass die Gemüseernte (Erbsen, Möhren, Chicorée…) Schaden nehmen wird. Generell drohen in der Landwirtschaft große Probleme durch diese anhaltende Trockenheit. 

Grundwasserpegel und Erwartungen

Normalerweise stehen die Grundwasserpegel im März am höchsten und nehmen ab etwa September wieder etwas ab. Doch aktuell ist diese Binsenweisheit in Flandern nicht mehr gültig (und nicht nur hier).

Aus den Zahlen der verschiedenen Umweltbehörden sind die Grundwasserpegel in Flandern bei 67 % der Messpunkte unter dem Soll. An 25 Messpunkten ist der Pegelstand sogar bedrohlich niedrig. Nur 30 Messpunkte weisen für diese Jahreszeit normale Pegelstände auf.

Das KMI und die flämischen Umweltbehörden gehen davon aus, dass die zu erwartenden Niederschlagsmengen in den kommenden Tagen und Wochen so gering sind (wenn es überhaupt mal regnet), dass schon kurzfristig ganz Flandern von der Trockenheit eingeholt wird. Nur der Norden der Provinz Antwerpen kann dem in gewissem Maße noch entkommen. Die Trinkwasserversorgung soll aber in Flandern nicht in Gefahr sein, wie aus dem Landesumweltministerium verlautet. 

In Limburg gerät die Gemüseernte in Gefahr

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