Empörung nach flämischem Kulturpreis für coronaskeptischen Dokumentarfilm

Der allererste Publikumspreis der Kulturpreise der flämischen Regierung hat eine  Doku-Serie ausgezeichnet, in der sechs prominente Kritiker der belgischen Coronastrategie zu Wort kommen. Tegenwind war nach einer Online-Abstimmung als Gewinner des Publikumspreises (Preisgeld von 10.000 Euro) ermittelt worden. Die Verleihung des Publikumspreises der flämischen Regierung sorgt für Kontroversen. 

Die Journalisten Alain Grootaers und Jakobien Huisman und der Regisseur Mark Sanders hatten ihr Projekt als Dokumentarfilm vorgestellt, in dem sechs "Wissenschaftler im Auge des Sturms" stehen und darum kämpfen, eine Botschaft zu verbreiten, die nicht populär war. Im gleichen Atemzug bezeichnen sie ihren Dokumentarfilm als "kritischen und unabhängigen Journalismus". 

Die sechs Interviewpartner sind der ehemalige Professor für Gesundheitswissenschaften Sam Brokken, der Professor für Psychologie Mattias Desmet, der niederländische Kolumnist Maurice de Hond, der niederländische Impfstoffspezialist Theo Schetters, der Professor für Datenschutzrecht Paul De Hert und der Gesundheitsökonom Lieven Annemans. Im Film erhalten sie die  Möglichkeit, ihre Kritik an der belgischen Coronapolitik zum Ausdruck zu bringen. Der Serie wird jedoch Desinformation vorgeworfen und einige der vorgebrachten Behauptungen gelten als wissenschaftlich falsch. 

Online-Abstimmung

Genauso sehr wie der Inhalt löst auch die Art und Weise, wie die Dokumentarserie den Ultimas-Publikumspreis gewinnen konnte, Verwunderung aus. Die Kulturpreise der flämischen Gemeinschaft gibt es seit 20 Jahren. 2017 wurden sie in Ultimas umbenannt. Die Gewinner in den Kategorien darstellende Kunst, Literatur, Musik oder bildende Kunst werden von einer Fachjury bestimmt. In diesem Jahr wurde aber auch zum allerersten Mal ein Ultimas-Publikumspreis verliehen. 

Dieser neue Preis ist für "Personen und Organisationen, die nicht ohne weiteres in eine Ultimas-Kategorie eingeordnet werden können", wie z. B. Ausstellungen, Veranstaltungen, Lichtspiele, Festivals, Ausstellungen, Musikaufführungen usw. bestimmt. Dem Publikum stand es frei, seine bevorzugten Künstler oder kulturellen Veranstaltungen über eine Online-Abstimmung zu benennen.  

Die Bedingungen für die Nominierung waren knapp und die endgültige, breit gefächerte Liste umfasste über 120 Künstler, Veranstaltungen und Festivals. Der kürzlich verstorbene Sänger Arno stand beispielsweise ebenso auf der Liste wie der Zirkus Ronaldo, das Theaterkollektiv SKaGeN, das Genter Filmfestival usw. 

Hinter dem Sieg von Tegenwind steht eine breit angelegte Kampagne in den sozialen Netzwerken, insbesondere innerhalb der Aktionsgruppen gegen die Gesundheitsmaßnahmen. In dieser Community war der Dokumentarfilm ein großer Erfolg.  

Seitdem hat sich Tegenwind zu einem echten Multimedia-Phänomen entwickelt. Neben den eigentlichen Interviews, die auf Online-Websites veröffentlicht wurden, fanden zwei Ausstrahlungen der letzten Folge der Serie im Königin-Elisabeth-Saal in Antwerpen statt. Die Eintrittskarten kosteten 50 Euro. In Kürze wird auch ein Buch über Tegenwind veröffentlicht, das für 35 Euro verkauft wird. 

In den letzten Wochen hatten die Filmemacher, Interviewpartner und Fans von Tegenwind vermehrt in den sozialen Netzwerken aufgerufen, an der Abstimmung teilzunehmen. Diese Kampagne hat sich schließlich ausgezahlt. 

Der Gewinn des Publikumspreises wird in Coronaskeptikerkreisen als Sieg über die Mainstream-Medien und die Regierungspolitik gefeiert. 

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