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Bei einem Krankheitstag ist in Belgien bald kein Krankenschein mehr nötig

Wer nur einen Tag lang krank ist, der braucht in Zukunft keinen Krankenschein mehr bei seinem Arbeitgeber einzureichen. Dreimal im Jahr soll man die Möglichkeit erhalten, ohne ärztliches Attest krank zuhause zu bleiben. Darauf hat sich die belgische Bundesregierung geeinigt, nach dem die Ärzteverbände gegen den zu hohen Verwaltungsaufwand für „Kleinigkeiten“ protestiert hatten.

Vor allem junge Ärzte hatten gegen diesen enormen Verwaltungsaufwand geklagt. Sie hatten in dieser Woche gegen den „Wildwuchs“ an Krankenscheinen auf eine originelle Art und Weise protestiert. Sie stempelten auf jeden Krankenschein, den sie ausstellten, ein kleines blaues Krokodil.

Das Patienten bald nicht mehr für jeden Krankenschein in die Praxis kommen müssen und dass damit auch deutlich weniger Atteste ausgestellt werden müssen, soll die Überarbeitung der Ärzte etwas mildern. Das entsprechende Gesetz muss allerdings noch die parlamentarischen Instanzen durchlaufen.

Langzeitkranke schneller wieder an die Arbeit bekommen

Um Personen, die länger als ein Jahr lang krankgeschrieben sind, wieder zur Arbeit zu bewegen, wurde ein Plan beschlossen. Demnach verlieren diese 2,5 % ihrer Bezüge, wenn sie sich weigern, an einer Vorbereitung auf die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz teilzunehmen.

Hinzu kommt noch, dass Unternehmen, die zu viele Langzeitkranke beschäftigen, sanktioniert werden können, falls diese ebenfalls nicht an der Rückkehr dieser Personen an den Arbeitsplatz arbeiten. Diese Vorhaben sollen 2023 in Kraft treten. Aktuell wird in Belgien mehr als eine halbe Million Krankgeschriebene registriert, die länger als ein Jahr nicht mehr arbeiten.  

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