Neue Schadensersatzforderungen und Klagen wegen Fluglärm über Brüssel

In dieser Woche hat in Brüssel ein weiteres Verfahren über den von überfliegenden Flugzeugen erzeugten Lärm über Teilen der Hauptstadt begonnen. Fast 400 Haushalte aus den Gemeinden Sint-Pieters-Woluwe, Kraainem und Wezembeek-Oppem können auf rund 40 Mio. € Schadensvergütung vom belgischen Staat Anspruch erheben.

Im Oktober 2020 urteilte das Berufungsgericht in Brüssel, dass der belgische Staat 93 Familien, die unter Fluglärm durch übermäßigen Gebrauch der Landebahn 01 am Brussels Airport in Zaventem litten, insgesamt 9,45 Mio. € Schadensersatz zugesprochen werden müssen.

Das Gericht war der Ansicht, dass der Staat einen Fehler begangen habe, als er zuließ, dass diese Start- und Landebahn nachts sowie an Samstagen und Sonntagen genutzt wurde. Das Urteil gegen den Staat erfolgte auch, weil der Beschluss zur häufigen Nutzung von 01 nicht auf wissenschaftlich fundierter Basis bzw. auf entsprechenden Studien fundierte.

Die neuen Kläger hoffen auf ein ähnliches Urteil und darauf, ebenfalls entschädigt zu werden. Bei einer Verurteilung drohen dem belgischen Staat Unkosten von bis zu 40 Mio. €.

„Insgesamt haben 392 Familien, die nicht die gleichen sind, wie die ersten 93, die gleiche Klage eingereicht, die auf den gleichen Gründen basieren. Der belgische Staat muss diese Familien wahrscheinlich vergüten, was dieses Mal viermal mehr kostet, als beim ersten Mal“, sagte Frédéric Petit (MR), der Bürgermeister von Wezembeek dazu.  

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