Vierter Fall von Affenpocken in Belgien: Ansteckung wohl auch auf Antwerpener Darklands-Festival

In Belgien ist ein vierter Krankheitsfall mit dem Affenpockenvirus diagnostiziert worden. Das teilte Virologe Marc Van Ranst am Samstag auf Twitter mit. Es handelt sich um einen Mann aus der Provinz Lüttich. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet ihrerseits mit weiteren Fällen. 

Laut Marc Van Ranst hat auch die vierte in Belgien festgestellte Ansteckung, wie die drei vorigen, ihren Ursprung auf dem Fetichismus-Festival Darklands in Antwerpen: "Es ist wichtig, dass alle Personen, die auf dem Darklands-Festival waren, auf alle Symptome achten. Bei Pockenblasen kann in einer Notaufnahme eine Probe entnommen werden. Enger Kontakt mit anderen Personen sollte vermieden werden."  

Das Ausmaß der Epidemie werde "immer deutlicher", teilt der Virologe auf Twitter mit: "Das ist etwas, was es bei den Affenpockenviren noch nie zuvor gegeben hat."  

Das belgische Gesundheitsministerium hat die Organisatoren von Darklands aufgefordert, alle Teilnehmer zu informieren. Ihnen wird höchste Wachsamkeit empfohlen, da das Virus eine Inkubationszeit von 21 Tagen hat. Bei Auftreten von Symptomen sollte man sich so schnell wie möglich in die Notaufnahme begeben. 

Das internationale Fetichismus-Festival Darklands fand in diesem Jahr  vom 5. bis 8. Mai in Antwerpen statt.
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Mehr Fälle erwartet

Die Weltgesundheitsorganisation erwartet ihrerseits, dass weitere Fälle auftreten, da die Gesundheitsbehörden zusätzlich nach dem Virus suchen. Nach Angaben der WHO ist das Affenpockenvirus in mindestens 12 Ländern identifiziert worden, in denen es normalerweise nicht vorkommt. Die Organisation zählt 92 bestätigte Fälle und 28 weitere Verdachtsfälle. 

Laut WHO sind vor allem Personen gefährdet, die engen Kontakt zu infizierten Personen hatten, die bereits Symptome aufweisen. Dazu gehören z. B. Rettungskräfte. Sie müssen angemessen informiert werden, betont die UNO-Organisation, um die Epidemie zu stoppen. Sie weist außerdem darauf hin, dass sie in den nächsten Tagen weitere Ratschläge erteilen wird. 

Außer in Belgien wurde das Virus in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Portugal, Spanien, Schweden, Kanada, den USA und Australien nachgewiesen. Aber auch Israel und die Schweiz haben Fälle gemeldet. Laut WHO handelt es sich bei einer relativ großen Zahl der Patienten um Männer, die Sex mit Männern haben. Das Affenpockenvirus kommt normalerweise nur in West- und Zentralafrika vor. 

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