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Brüsseler Parlament stimmt gegen das Verbot ritueller Schlachtungen ohne Betäubung

Nachdem Flandern und die Wallonie bereits vor fünf Jahren ein Gesetz verabschiedet haben, dass rituelles Schlachten von Tieren ohne Betäubung verbietet, haben die Abgeordneten des Brüsseler Parlaments heute in letzter Instanz gegen das Verbot ritueller Schlachtungen ohne Betäubung gestimmt.   

Der Jahresbericht der Lebensmittelbanken zeigt auch, dass die Lebensmittelunternehmen im Jahr 2021 weniger Überschüsse gespendet haben (-11 Prozent). "Die starke Belebung der Produktion in Verbindung mit geringeren Lagerbeständen in der Nahrungsmittelindustrie sowie kommerzielle Aufkäufe von Nahrungsmittelüberschüssen könnten die Ursache dafür sein", glaubt Geschäftsführer Mottar.  

Der Rückgang könnte jedoch durch den Kauf von Lebensmitteln kompensiert werden. "Wir hatten ein zusätzliches Budget für außergewöhnliche Einkäufe von Lebensmitteln, so dass wir die Nachfrage befriedigen konnten", sagt Mottar.  So wurden fast zehn Prozent der mehr als 22.000 Tonnen verteilten Lebensmittel gekauft. Die Lebensmittelbanken sind der Ansicht, dass es ohne diese Einkäufe zu einem strukturellen Mangel an Lebensmitteln für Bedürftige gekommen wäre.  

Das Ergebnis der Abstimmung wurde am Freitagnachmittag bekannt: 42 Abgeordnete haben gegen das Verbot gestimmt, 38 Abgeordnete dafür und 8 Abgeordnete haben sich enthalten.  

Unter den Abgeordneten, die gegen das Verbot gestimmt haben, war auch der Fraktionsvorsitzende der Partei flämischen Sozialdemokraten (Vooruit), Fouad Ahidar. Parteichef Conner Rousseau hat Fouad Ahidar mit sofortiger Wirkung aus dem Parteibüro ausgeschlossen.  

Einstimmigkeit über das Verbot gab es auch nicht bei den frankophonen Sozialisten und bei den Grünen (Ecolo).  Viele Parteien waren über die Themen Tierschutz und Religionsfreiheit gespalten. 

Die Tierschutzorganisation Gaia ist ebenfalls sehr enttäuscht und wirft dem Brüsseler Parlament vor, "feige auf die 'alternativen Fakten' der religiösen Hardliner zu reagieren". 

Den Vorschlag für den Verbot des rituellen Schächtens, wie es in der jüdischen und islamischen Religion vorgeschrieben ist, hatten die Brüsseler Parteien Défi (französischsprachige Regionalisten), Open VLD (flämische Liberale) und Groen (flämische Grüne) eingebracht.

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