Robin Utrecht

Die hohen Preise schaffen, was der Regierung nicht gelingt: Die Belgier sparen Energie

Die aktuell weiter sehr hohen Preise für Gas und Strom sorgen dafür, dass die Gesellschaft in Belgien über ihren Energieverbrauch nachdenken. 28 % unserer Landsleute geben an, ihr Thermostat etwas heruntergedreht zu haben und das Licht etwas früher zu dimmen oder auszuschalten. 24 % der Belgier geben zudem an, elektrische Geräte und sogar ihren Wagen weniger zu nutzen. Dies ist aus einer Umfrage der Magazine Knack, Le Vif, Trends und Trends-Tendences ersichtlich.

„Mancher Politiker kann auf diesen Effekt eifersüchtig sein“, sagte Siegfried Dewitte von der Universität Löwen (KU Leuven) dazu, der an dieser Umfrage mitgearbeitet hat: „Man könnte sagen, dass das nicht viel ist, doch dies ist ein überwältigender Gewinn. Die Leute verändern nicht gerne ihre Gewohnheiten. Ich habe noch nie eine politische Maßnahme gesehen, die so eine Wirkung auf das Verhalten ausgelöst hat, wie der Anstieg der Energiepreise.“

Nach dieser Umfrage sind die Belgier in diesem Zusammenhang um ihre Kaufkraft besorgt. 40 % der Befragten geben an, dass die allgemeinen Preisanstiege ihr größtes Problem sind. Kaufkraft bereitet den Menschen im Land mehr Sorgen, als z.B. der Klimawandel, die Gefahr eines Atomkriegs oder das Coronavirus.

Die Maßnahmen der belgischen Bundesregierung, um die hohen Energiepreise für die Bürger und Verbraucher erträglich zu machen (siehe nebenstehenden Beitrag), wurden und werden auch kritisch betrachtet, denn nach Ansicht der Befragten wird hierzulande zu wenig Fundamentales oder Strukturelles gegen die hohen Preise für Energie getan. 

Jetzt haben die hohen Preise dafür gesorgt, dass die Menschen im Land selbst etwas dagegen tun - auch, in dem sie ihr persönliches Konsum- und Energieverbrauchsverhalten anpassen. 

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