Jonas Roosens

Flug am Brussels Airport durch einen Streik gestrichen? Das sind ihre Rechte

An diesem Montag startet aufgrund eines Aktionstages der belgischen Gewerkschaften kein einziger Flug. Was passiert, wenn ein Flugreisender davon betroffen ist? Welches Recht haben Flugreisende? Der VRT-Sender Radio 2 hat zusammengestellt, worauf Flugreisende in einem solchen Fall Recht haben. Basis dazu ist europäisches Recht, denn seit 2004 hat die EU eine Verordnung erlassen, die Reisende besser gegen lange Verspätungen, Annullierungen und Startverweigerung an Flughäfen und durch Fluggesellschaften schützt.

Die EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 greift bei jedem Flug in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union, gleich mit welcher Fluggesellschaft man fliegt oder fliegen will. Diese Verordnung greift auch dann, wenn man mit einer europäischen Airline zu einem Bestimmungsort außerhalb der EU fliegt.

Worauf hat man heute (Montag, 20. Juni) recht?

Wenn ein Flug durch einen Streik, wie z.B. an diesem Aktionstag der belgischen Gewerkschaften, haben Betroffene folgende Rechte:

  • Information: Die Fluggesellschaften müssen Betroffene schriftlich (z.B. per Email, per SMS oder via Pushbericht) über die Aktuelle informieren. Die Regeln, worauf man Recht hat, müssen zudem deutlich vermeldet werden. Dies beinhaltet auch Angaben zu der Instanz, die diese Regelung kontrolliert.
  • Beistand: Flugreisende haben das Recht, um einen anderen Flug zu nehmen bzw. auf einen Rückflug, insofern dies möglich ist. Man kann auch eine Rückerstattung des Ticketpreises innerhalb von 7 Tagen fordern, wenn sich der Flug durch die Annullierung als nutzlos erwiesen hat. Nehmen Sie bitte in einem solchen Fall Kontakt zu ihrem Reisebüro oder -veranstalter bzw. mit ihrer Fluggesellschaft auf.

Worauf hat man heute (Montag, 20. Juni) kein Recht?

Wenn Fluggesellschaften einen Flug annullieren oder wenn der entsprechende Flug mehr als 3 Stunden Verspätung hat, hat man als Fluggast Recht auf eine zusätzliche Vergütung zusätzlich zum rückerstatteten Flugticket. Diese zusätzliche Kompensierung liegt zwischen 250 und 600 €, je nach Entfernung der Flugreise.

Doch die Fluggesellschaften haben an diesem Streiktag der Gewerkschaften in Belgien keine Flüge annulliert. Es ist der Flughafenbetreiber Brussels Airlines, der alle Starts gestrichen hat, um nach eigenen Angaben die Sicherheit der Reisenden und des Personals an diesem nationalen Aktionstag zu versichern.

Die Verantwortung liegt also in diesem Fall nicht bei den Airlines, sondern beim Flughafenbetreiber. In diesem Fall müssen die Fluggesellschaften also auch nichts rückerstatten oder vergüten, denn die oben genannte EU-Regelung zum Fluggastschutz greift nur bei Problemen durch Fluggesellschaften und gilt nicht bei Flughäfen.

Weitere Probleme durch Streiks in der Luftfahrt in Belgien diese Woche

In dieser Woche bzw. am kommenden Wochenende finden möglicherweise Streiks und Arbeitsniederlegungen durch nicht zufriedenstellende Sozial- und Tarifverhandlungen bei den Piloten und den Flugbegleitern von Brussels Airlines und an den belgischen Standorten des irischen Billigfliegers Ryanair statt.

Bei Brussels Airlines soll am 23., 24. und 25. Juni gestreikt werden und bei Ryanair am 24., 25. und 26. Juni. Hier liegt die Verantwortung sehr wohl bei den entsprechenden Fluggesellschaften, wenn es zu Verspätungen oder zu gestrichenen Flügen kommt. Dann gilt die EU-Regelung zum Fluggastschutz.

Aber, es sind Ausnahmen möglich:

  • Beschränkte Verspätungen: Wenn ein Flug zwischen 3 und 5 Stunden Verspätung hat, hat man kein Recht auf Umbuchung zu einem anderen Flug oder auf eine vollständige Rückerstattung des Fluges. Man hat allerdings Recht auf Schadensersatz.
  • Wenig Verspätung: Wenn ein Flug infolge eines solchen Problems weniger als 3 Stunden Verspätung hat, kann man keinen Anspruch auf Schadensersatz erheben. Auch die Betreuung der betroffenen Fluggäste am Flughafen hängt von der Entfernung des geplanten Fluges ab. 

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