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Mehrere Zehntausend Gewerkschafter demonstrieren in Brüssel für mehr Kaufkraft

Am Montagvormittag zogen zwischen 70.000 (Schätzung der Polizei) und 80.000 (Schätzung der Gewerkschafen) Menschen durch die Straßen von Brüssel, um für mehr Kaufkraft und gegen das belgische Lohnnormgesetz zu demonstrieren. Sie waren dem Aufruf der Gewerkschaftsfront aus ACV, ABVV und ACLVB gefolgt und in die Hauptstadt gekommen, um an diesem nationalen Aktionstag Flagge zu zeigen. 

Die Demonstranten und Gewerkschaftler forderten mehr Lohn und Gehalt, denn das Leben sei durch die steigenden Preise und die Inflation teurer geworden. Trotz Lohnindex würden die Einkommen nicht reichen, denn die Preisanstiege würden dies übersteigen, so die Aussage vieler Demonstranten.

Die Gewerkschaften fordern freie Tarifverhandlungen, denn durch das Lohnnormgesetz sei kaum noch Spielraum, um mit den Arbeitgebern um mehr Lohn und Gehalt zu reden und dies müsse stoppen.

Die Demonstranten und die Gewerkschaftsfront forderten bei ihrer Demo von der belgischen Bundesregierung deutlichere Schritte im Hinblick auf einen Kaufkraftanstieg für die Bevölkerung zu unternehmen. 

An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter der Regierunsparteien PS und Vooruit (Sozialisten) und Groen (Grüne) teil, was wiederum bei den liberalen Koalitionspartnern auf Unverständnis stieß. 

Bis zum Nachmittag sorgte die Demonstration für erhebliche Verkehrsprobleme im Zentrum von Brüssel. 

Was ist das Lohnnormgesetz in Belgien?

In Belgien werden die Tarifverhandlungen und die Lohnbildung durch eine gesetzlich vorgeschriebene Lohnnorm geregelt. Diese Lohnnorm wird alle zwei Jahre festgelegt und bestimmt die Marge für eine mögliche Anhebung der Löhne und Gehälter.

Ein Gesetz von 1996, das zuletzt 2017 abgeändert wurde, ermöglicht, die Lohnkostenentwicklung in Belgien präventiv an die zu erwartende Einkommensentwicklung bei unseren wichtigsten Handelspartnern und Nachbarländern Deutschland, den Niederlanden und Frankreich, anzupassen. 

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Jonas Roosens

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