Premier De Croo bei "De ochtend" (Archivfoto)

Premier De Croo: "Die Kaufkraft in Belgien ist besser geschützt als in jedem anderen Land in der Eurozone"

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto) bedauert die Probleme, die durch den nationalen Aktionstag der Gewerkschaften für eine bessere Kaufkraft und gegen das hiesige Lohnnormgesetz entstehen. Der flämische Liberale weist auf die Maßnahmen seiner Regierung hin, mit denen die Kaufkraft der Menschen im Land aufrechterhalten wird, „aber ich verstehe, dass es Leute gibt, die es gerade besonders schwer haben.“ Der belgische Regierungschef ruft die Sozialpartner dazu auf, gemeinsam eine Lösung der Probleme zu finden.

Der liberale belgische Premierminister zeigte am Montagmorgen gegenüber VRT NWS nur wenig Verständnis für den nationalen Aktionstag der Gewerkschaften für mehr Kaufkraft und gegen das hiesige Lohnnormgesetz. 

Im Frühstücksprogramm „De ochtend“ („Der frühe Morgen“) von Radio 1 sagte Alexander De Croo, er könne nicht zustimmen, wenn die Gewerkschaften sagen, dass ein allgemeiner Streik und eine Demonstration evident seien: „Die Aktion legt weite Teile des Landes lahm und versauert das Leben von vielen Menschen, die diese Wahl nicht treffen.“

Man könne doch nicht sagen, dass eine Debatte auf den Weg gebracht werden müsse, denn jeder wisse sehr gut, dass wir uns in einer sehr schwierigen Lage befinden würden, wobei er auf die Coronapandemie, auf den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise weist. Zudem verteidigte der Regierungschef die Arbeit seines Kabinetts: „Die Regierung ist nicht still sitzengeblieben. Wir haben von Anfang an Maßnahmen getroffen, von denen alle Experten sagen, dass es effektive Maßnahmen sind.“ 

In einem Augenblick wie diesem erwarte ich von den Sozialpartnern, Gewerkschaften und Arbeitgeber, dass sie sich an einen Tisch setzen, statt sich gegenseitig anzuschreien. Ich habe Verständnis für beide Seiten, doch in nie dagewesenen Zeiten, wie diesen, kann man nur weiterkommen, wenn man aufeinander hört.“

Premierminister Alexander De Croo

Er sei sich aber dessen bewusst, dass nicht jeder in diesen Maßnahmen die ideale Lösung sieht: „Aber, sie kommen uns von seit weit entgegen. Vor allem, wenn man sie mit dem automatischen Lohnindex zusammenlegt. (…) Die Experten sagen in ihren Analysen und Zahlen, dass man in unserem Land auf dem Gebiet der Kaufkraft besser geschützt ist, als in gleich welchem anderen Land in der Eurozone.“

Und doch nuancierte De Croo auch diese Aussage: „Das ist allgemein so. Aber ich verstehe, dass es Gruppen gibt, die einen viel größeren Impakt spüren und dass es Menschen gibt, die es heute besonders schwer haben. In einem Augenblick wie diesem erwarte ich von den Sozialpartnern, Gewerkschaften und Arbeitgeber, dass sie sich an einen Tisch setzen, statt sich gegenseitig anzuschreien. Ich habe Verständnis für beide Seiten, doch in nie dagewesenen Zeiten, wie diesen, kann man nur weiterkommen, wenn man aufeinander hört.“ 

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