In Belgien ist ein Einkaufswagen im Supermarkt rund 11 % teurer geworden

Die Verbraucherschutzsendung „De inspecteur“ („Der Inspektor“) des VRT-Senders Radio 2 hat im Praxistest herausgefunden, dass ein Einkaufswagen in einem belgischen Supermarkt im Laufe eines halben Jahres etwa 11 % teurer geworden ist. VRT-Verbraucher-„Inspektor“ Sven Pichal (Foto) stellte fest, „dass die Preise in allen Supermärkten gestiegen sind.“ 

Anfang Dezember 2021 füllt „Inspektor“ Sven Pichal einen Einkaufswagen in drei unterschiedlichen Supermärkten mit jeweils den gleichen Produkten. Dabei besucht er einen Discounter, einen „Preiskämpfer“ (hier werden A-Marken zu möglichst tiefen Preisen angeboten) und einen Premiummarkt, also ein traditionelles Warenhaus. Er erwarb 75 durchschnittlich bekannte Artikel und zahlte dafür 177,45 € für alle drei Einkaufswagen zusammen.

Im März 2022 machte der „Inspektor“ den gleichen Einkauf in den gleichen Supermärkten wieder und stellte fest, dass der Einkauf etwas teurer war, nämlich 180,56 €. Auffallend hierbei war, dass der Discounter seine Preise bis dahin nicht angehoben hatte, während die beiden anderen Märkte für verschiedene Produkte 2 bis 3 % Aufschlag aufriefen.

Neuer Einkaufswagen

Jetzt hat VRT-Kollege Sven Pichal den gleichen Test wieder gemacht und siehe da, überall steigen die Preise deutlich. Für die gleichen 75 Produkte, die er bereits Ende 2021 und im März 2022 gekauft hatte, musste er jetzt 196,43 € hinblättern. Das sind 16 € mehr als im März und 18,98 € mehr als im Dezember letztes Jahr. Innerhalb von knapp 6 Monaten ist ein Einkaufswagen demnach in Belgien 11 % teurer geworden.

Beim Premiummarkt ist der Einkauf 12 % teurer geworden, was schon fast als normal angesehen werden kann. Überraschend ist aber, dass der Discounter mit 19 % den höchsten Preisanstieg hinlegte. Der „Preiskämpfer“ hingegen konnte sich zurückhalten, denn hier waren die 75 Produkte, die Sven gekauft hat, „nur“ 3 % teurer als im Dezember 2021. 

Krieg und Energiekrise

Gründe für die Teuerungen sind logischerweise die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, was sich z.B. auf Milchprodukte und auf Getreideprodukte niederschlägt und die Energiekrise, mit denen alle zu kämpfen haben. Doch auch der Preiskampf zwischen den Warenhausketten und den Herstellern hinterlässt Spuren, denn auch die schlagen in Belgien mächtig auf. 

Flip Franssen

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