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Unkrautvernichtung auf Schienen? Das geht auch mit heißem Wasserdampf, wie in Belgien gezeigt wird

Infrabel, der Infrastrukturdienstleister der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB hat am Montag in Visé bei Lüttich einen neuen Zug zur Unkrautvernichtung an den Schienen vorgestellt. Infrabel will aus Umweltschutzgründen die Nutzung des umstrittenen und umweltschädlichen Unkrautvernichters Glyphosat ersetzen und setzt dabei auf heißes aber nicht kochendes Wasser. Ausländische Bahnverwaltungen schauen sich den „Heißwasserzug“ von Infrabel gerade genau an.

Der neue Unkrautzug von Infrabel sprüht konzentriert durch Düsen gepresst 90°C heißes Wasser bzw. Wasserdampf auf die Schienenstränge, um damit das dort wuchernde Unkraut zu beseitigen. Damit soll das heftig umstrittene, möglicherweise krebserregende und umweltschädliche Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ersetzt werden.

Ingenieure von Infrabel haben diesen Zug nach Beispielen aus der Schweiz selbst entwickelt und unterziehen ihn jetzt ausgiebigen Tests auf dem belgischen Schienennetz. Von dort muss Unkraut beseitigt werden, denn die Pflanzen und die Wurzeln lockern den Unterbau der Gleisbettung und das kann unter Umständen zu Sicherheitsproblemen führen.

Bisher ist das Versprühen von heißem Wasser gegen Unkraut noch nicht ganz zufriedenstellend, wie bei Infrabel verlautet. Das bedeutet, dass dieser „Heißwasserzug“ häufiger unterwegs sein muss, als ein Zug, der Herbizide aus chemischer Herstellung versprüht.

Infrabel wird diesen Zug als Versuchsprojekt ausgiebig testen und dies unter Beobachtung anderer europäischer Bahnverwaltungen, denn das Unkrautproblem möchte jeder auch ohne Chemie und Grundwasserverseuchung in den Griff bekommen… 

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