Innenministerin über Drogengewalt in Molenbeek: Lokalpolizei muss Mannschaften liefern

Nachdem sich die Zahl der Gewaltdelikte in der Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek inzwischen auf zwölf erhöht hat, schieben sich die Gemeinde und die Innenministerin Annelies Verlinden (flämische Christdemokraten, CD&V) gegenseitig die Verantwortung zu. Verlinden stellte klar, dass es in erster Linie Aufgabe der örtlichen Polizei ist, die notwendigen Polizeikapazitäten bereitzustellen und zu organisieren.” 

Um die zunehmenden Gewaltdelikte im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in den Griff zu bekommen, braucht die Polizeizone West zweihundert Polizisten, so der Sprecher der Bürgermeisterin von Molenbeek, Catherine Moureaux (frankophone Sozialisten, PS) am Mittwoch. Die Bürgermeisterin soll bereits dreimal an die Innenministerin Annelies Verlinden geschrieben, jedoch ohne Erfolg.  

In einer Reaktion hatte die Ministerin jede Verantwortung von sich gewiesen: "In erster Linie ist es Aufgabe der lokalen Polizei, die notwendigen Polizeikapazitäten bereitzustellen und zu organisieren", so Minister Verlinden gegenüber dem Brüsseler Medienverlag BRUZZ: “Die lokale Polizei kennt die Situation vor Ort am besten. Natürlich kann sie über die entsprechenden Kanäle Verstärkung von der föderalen Polizei oder den benachbarten Zonen anfordern.” 

Verstärkung aus den benachbarten Polizeizonen ist jedoch kein leichtes Unterfangen, da auch dort Personalmangel herrscht. 

Die Ministerin plädiert jedoch für einen Ansatz, der mehr Zusammenarbeit vorsieht. "Um mit solchen Phänomenen umgehen zu können, ist ein integrierter und umfassender Ansatz erforderlich, der die gesamte Sicherheitskette einbezieht.”

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