Flemal

Beginn eines dreitägigen Streiks der Piloten und des Kabinenpersonals bei Ryanair

Die in Belgien beschäftigten Piloten und Flugbegleiter der Billigfluggesellschaft Ryanair legen von Freitag bis Sonntag die Arbeit nieder. Sie fordern mehr Lohn und eine bessere Personalpolitik. Von diesem Streik zu Beginn der Sommerferien ist insbesondere der Flughafen von Charleroi betroffen. Nur ein Drittel aller Flüge starten. Rund 21.000 Passagiere sind betroffen. Auch in Frankreich, Spanien, Italien und Portugal streiken die Ryanair-Mitarbeiter. 

Die christlichen Gewerkschaften ACV Puls und CNE haben ihre Mitglieder aufgerufen, die Arbeit von Freitag bis Sonntag niederzulegen. Sie werfen der irischen Fluggesellschaft vor, gegen das belgische Arbeitsrecht zu verstoßen und Gehälter zu zahlen, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Sie fordern ebenfalls die Einrichtung einer Personalabteilung mit Sitz in Belgien. Die heutige Personalabteilung in Irland sei nicht mit den hiesigen Sozialgesetzen vertraut, was zu vielen Fehlern auf der Gehaltsabrechnung führen würde. 

Nach “Scheinverhandlungen", so Didier Lebbe, Generalsekretär der frankophonen CNE, insbesondere über die Garantie eines Mindestlohns für alle, habe man keine Fortschritte erzielt. 

Europaweit

Bereits im April war es zu einer Aktion gekommen, bei der fast 300 Flüge an den Flughäfen Zaventem (Brussels Airport) und Charleroi (BSCA) gestrichen wurden. Auch die neue dreitägige Arbeitsniederlegung dürfte zu zahlreichen Flugausfällen führen. Das Ausmaß auf den Flugbetrieb ist schwer einzuschätzen, da Ryanair nicht proaktiv über die Anzahl der Ausfälle informiert. 

Ryanair ist mit einem europaweiten Streik seiner Mitarbeiter konfrontiert. Ähnliche Protestaktionen sind in Spanien (24. Juni bis 2. Juli), Portugal (24. bis 26. Juni), Frankreich (25. und 26. Juni) und Italien (25. Juni) geplant.  

In Belgien warf die Ryanair-Leitung den belgischen Gewerkschaften vor, lose Behauptungen zu machen. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass "Ryanair sich voll und ganz an das belgische Gesetz hält". Die Gewerkschaften täten besser daran, über Verbesserungen zu verhandeln, statt "falsche Behauptungen aufzustellen und Drohungen auszusprechen, die die Reisepläne unserer belgischen Kunden zunichtemachen.”

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