Nicolas Maeterlinck

Flandern erhöht Budget zur Kulturförderung um 25 Millionen Euro

Insgesamt wird die flämische Regierung in den nächsten fünf Jahren 178,5 Millionen Euro pro Jahr zur  Kulturförderung ausgeben, das sind etwa 25 Millionen Euro mehr als in der letzten Saison. Flanderns größtes Theaterhaus, das Toneelhuis, wird auch in den kommenden Jahren noch bezuschusst, obwohl die Institution negativ beurteilt worden war. Die Theatergesellschaft Troubleyn von Jan Fabre, der vor Kurzem wegen sexueller Übergriffe und Mobbing verurteilt wurde, erhält keine öffentlichen Gelder mehr. 

Die flämische Regierung gibt neun Kulturbetrieben, die von einem Expertengremium negativ beurteilt worden war, eine zweite Chance. Neben dem Toneelhuis in Antwerpen werden auch  Needcompany, das Ictus Ensemble und Z33 weiterhin Zuschüsse erhalten. 

Auch andere Kulturbetriebe, die positiv bewertet worden waren, die aber außerhalb des budgetären Rahmens standen, dürfen mit öffentlichen Geldern rechnen. Darunter das Orchester Anima Eterna und das Kinder- und Jugendtheater Kopergietery. Auch die Brüsseler Philharmoniker, das Antwerpener Symphonieorchester und Opera Ballet Vlaanderen werden von Flandern bezuschusst. 

Mit den zusätzlichen Mitteln können diese Kulturbetriebe ihre internationale Bekanntheit ausbauen und/oder sich auf ihre Bildungs- und Jugendarbeit zu konzentrieren. 

Anima Eterna hat sich als Orchester für historisch getreue Interpretationen einen Namen gemacht. Die Leitung hat Jos Van Immerseel

Troubleyn, die Tanzkompanie von Jan Fabre (Foto unten), fällt aus dem Boot. Die Organisation erhielt eine negative Empfehlung und stand nach den Vorwürfen und schließlich auch nach der Verurteilung Fabres wegen sexueller Belästigung ohnehin in einem negativen Licht. 

Belga

Kulturangebot in Zukunft noch erweitern

Der flämische Kulturminister Jan Jambon (N-VA) will in den kommenden Jahren "stark in einen Kunstsektor investieren, der breiter und vielfältiger ist als je zuvor". Für den Zeitraum 2023-2027 sind 178,5 Millionen Euro vorgesehen. Das sind 25 Millionen Euro mehr als bisher, aber weniger, als die Kulturorganisationen gefordert hatten. Insgesamt werden 236 Kulturbetriebe in Flandern unterstützt. 

"Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Entscheidung einem breiten und ausgewogenen Paket von Organisationen und Institutionen den nötigen Raum geben, um unsere flämische Kulturlandschaft national und international bekannt zu machen. Unser kulturelles Gefüge trägt zur Qualität unserer Gesellschaft bei und verdient unsere Unterstützung", antwortet Minister Jambon. 

Kultursektor ist zufrieden

James Arthur Photography

Die Reaktionen aus dem Kulturbereich sind positiv. Theatermacher Michael De Cock vom Königlichen Flämischen Theater (KVS) in Brüssel (Foto oben): "Wir sind glücklich für uns und für die ganze Branche. Wir freuen uns, dass innerhalb der flämischen Regierung Einigkeit über die Bedeutung der Kultur herrscht und dass zusätzliche Mittel gefunden wurden, um wichtige Akteure zu unterstützen. Alles in allem ist dies ein gutes Signal, ein guter Anfang, um einen Dialog mit der Regierung zu beginnen und den fantastischen Kurs, den die flämischen darstellenden Künste einschlagen, weiter zu verfolgen."

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