Die Zinneke Parade in Brüssel wurde für Brüssel 2000 erfunden und es gibt sie heute noch

Europäische Kulturhauptstadt 2030: Brüssel stellt sich auf

Nach bereits einem Jahr Arbeit sind inzwischen die ersten Kennzeichen zu erkennen, dass sich die belgische Hauptstadt Brüssel darauf vorbereitet, sich für 2030 erneut zur europäischen Kulturhauptstadt zu bewerben. 2000 war Brüssel schon einmal Kulturhauptstadt. Ziel und Hintergrund jetzt? Eine starke Kandidatur als europäische Drehscheibe der Kultur in dem Jahr, in dem Belgien 200 Jahre alt wird.

In den vergangenen 12 Monaten hat die Mannschaft Brüssel 2030, die vom künstlerischen Leiter und Dramaturgen Jan Goossens aus Antwerpen und von der Brüsseler Journalistin Hadja Lahbib geleitet wird, rund 400 Gespräche und Konzertationen durchgeführt. Daraus haben sich bisher drei „Baustellen“ gebildet: Die Stärkung der Identität einer kosmopolitischen Städteregion in voller Entwicklung; die Schaffung von Treffpunkten und die Bildung von neuen Synergien zwischen den bereits bestehenden Kräften und nicht zuletzt die Aufstellung eines Projekts, an dem die gesamte Bevölkerung als Co-Produzent beteiligt ist - insbesondere die Jugend.

Dazu findet vom 4. bis zum 8. Juli ein „Bürgerlabor“ unter dem Titel „Summer Assembly“ statt. Dieses Labor ist für jeden offen und bietet Raum und Zeit für den Austausch zwischen den bestehenden Kulturpraktiken von heute und morgen.

Erste Planungen laufen

Erste Programmpunkte im Hinblick auf Brüssel 2030 sollen Festivals werden, die das Brüsseler Territorium, die zahlreichen Identitäten darin und die Jugend feiern sollen. Ein gutes Dutzend Vorschläge für künstlerische Aktivitäten rund um die Partizipation und die lebende Geschichte der Hauptstadt sind bereits in der Planung, wie z.B. das reisende Literaturfestival „Asmara-Adis Literary Festival (in Exile)“ oder die punkige Energie des Projektes des Kollektivs MetX, das auf einem lokalen Markt unter dem Titel „Bildy Markt“ geführt wird. 

Geplant ist auch ein Festival mit originellen und lustigen Vogelskulpturen, das unter dem Motto „Living Traces“ gemeinsam mit dem Kunsthaus Kanal in der ehemaligen Citroën-Garage (Foto unten) und des Architekturmuseums CIVA auf die Beine gestellt werden soll.   

Erste Aktivitäten schon im laufenden Jahr

Bereits im September 2022 sollen erste Broschüren verteilt werden, in denen sich die Kandidatur Brüssels als europäische Kulturhauptstadt 2030 vorstellt und es soll die ersten Premieren und Vernissagen organisiert werden, zu denen die Brüsseler Kulturträger und die Zivilgesellschaft eingeladen werden sollen. Im Rahmen dessen werden das Festival Détours, Studierende des Kunsthochschule La Cambre und das Théâtre National Wallonie-Bruxelles mit der „Urban Caravan“ von Platz zu Platz in Brüssel ziehen, um die Zuschauer zum Nationaltheater zu führen. 

Man darf gespannt sein. Im Jahr 2000 hat Brüssel bereits eindrucksvoll bewiesen, dass die Hauptstadt ein solches Projekt stemmen kann, das bis heute seine positiven Nachwirkungen hat…  

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