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Festgestellt an fast 200 Messpunkten: PFAS ist im Grundwasser in Flandern weitverbreitet

Das chemische Produkt PFAS kommt im Grundwasser im belgischen Bundesland Flandern häufiger vor, als gedacht. Die Flämische Umweltgesellschaft VMM stellte an insgesamt fast 200 Messpunkten fest, dass sich PFAS in diesem Wasser erkennen lässt. PFAS kam im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen, als PFOS in der Umwelt rund um das 3M-Chemiewerk in Zwijndrecht bei Antwerpen entdeckt wurde. PFOS gehört zur PFAS-Familie, die wiederum zu den chemischen Stoffen zählt, die sich nicht in der Natur abbauen können.

PFOS und PFAS - Was ist das?

Perfluoroctansulfon-Säure (Anion Perfluoroctansulfonat oder kurz PFOS) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). PFOS wurde im Handel als Kalium-, Lithium-, Ammonium-, Diethanolammonium- oder Tetraethylammonium-Salz angeboten.

Das Produkt wurde hauptsächlich dazu verwendet, um Materialien wie Textilien, Teppiche und Papier fett-, öl- und wasserfest zu imprägnieren (3M „Scotchgard“).

Daneben wurde es bei der Verchromung, für die Imprägnierung von Kochgeräten (z.B. Pfannen), in der Analogfotografie, in älteren Feuerlöschschäumen (AFFF), in Kosmetikprodukten und in Hydraulikflüssigkeiten für die Luft- und Raumfahrt verwendet.

Das EU-Parlament hat im Oktober 2006 beschlossen, die Verwendung von PFOS auf wenige Einsatzbereiche einzuschränken. Im Stockholmer Übereinkommen wurde 2009 entschieden, PFOS in die Konvention für eingeschränkte Stoffe aufzunehmen.

Das größte Problem mit diesem Produkt ist die Tatsache, dass es sich nicht auf natürliche Weise abbaut - was für alle PFAS-Stoffe gilt. Das bedeutet, dass sich mehr und mehr PFOS bzw. PFAS in der Umwelt und in den Wasserläufen befindet. PFAS gibt es in der Chemie in rund 6.000 verschiedenen Formen und Verbindungen. 

rob voss foto

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