Impfung gegen Affenpocken nach Risikokontakt und Absprache mit dem Hausarzt möglich

Ab nächster Woche können sich Mitarbeitende des Gesundheitssektors und Personen, die einen ungeschützten Hochrisikokontakt mit einer infizierten Person hatten, gegen Affenpocken impfen lassen. Über die Impfung entscheidet aber der Hausarzt in Absprache mit einem Impfzentrum. Die Impfung gegen Affenpocken findet in einem der neun Referenzzentren in Belgien statt. 

Belgien hat 200 Dosen Imvanex des dänischen Unternehmens Bavarian Nordic erhalten. Dieser Impfstoff ist in der Europäischen Union gegen die klassischen Pocken zugelassen, kann aber auch gegen Affenpocken eingesetzt werden. Jetzt wurden auch 3 040 Dosen des Impfstoffs Jynneos (eine US-amerikanische Version des Imvanex-Impfstoffs) nach Belgien geliefert.  

Die kürzlich eingerichtete Europäische Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) hat diese Impfstoffe für die Europäische Union gekauft (110.000 Dosen). Die ersten Lieferungen erfolgen an die Länder mit den relativ meisten Fällen, darunter Belgien, aber auch Spanien, Deutschland und Portugal.  

Strenge Bedingungen, um sich impfen zu lassen

Aufgrund der begrenzten Anzahl von Impfstoffen und der derzeitigen Ungewissheit über künftige Lieferungen werden strenge Bedingungen für die Impfung gestellt. In Frage kommen Mitarbeitende des Gesundheitssektors nach einem ungeschützten Hochrisikokontakt, Personen, die nach einem Hochrisikokontakt Probleme mit ihrem Immunsystem haben (z. B. infiziertes Familienmitglied oder gemeinsame Nutzung von Kleidung, Bettwäsche, Küchenutensilien mit einem Patienten mit Hautausschlag), Personen nach einem schweren Hochrisikokontakt (z. B. sexueller Kontakt, längerer Haut-zu-Haut-Kontakt mit einer Person mit Hautausschlag oder einer Wunde). 

Die Impfung sollte innerhalb von 4 Tagen nach dem Kontakt durchgeführt werden. 

"Wer glaubt, dass er für eine Impfung in Frage kommt, wendet Sie sich am besten an seinen Hausarzt, der mit dem Referenzzentrum überlegt. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Impfstoffen und der Ungewissheit über zusätzliche Lieferungen findet diese Impfung unter strengen Auflagen statt", erklärte der belgischen Minister für Volksgesundheit Frank Vandenbroucke (flämische Sozialisten, Vooruit). 

Seit Anfang Mai 2022 wurden in Belgien und im Ausland Fälle von Affenpocken gemeldet, die nicht mit einer Reise nach West- oder Zentralafrika, dem Gebiet, in dem das Virus am häufigsten zirkuliert, in Verbindung stehen. 

Vor zwei Tagen meldete das belgische Gesundheitsamt Sciensano 168 bestätigte Fälle in Belgien (davon 92 in Flandern). Alle Patienten sind Männer zwischen 20 und 62 Jahren.  

Meist gelesen auf VRT Nachrichten