Affenpocken: Belgien ändert Strategie und impft jetzt auch vorbeugend

Belgien wird ab nächster Woche auch vorbeugend gegen Affenpocken impfen. Bislang war das aufgrund der geringen Menge an Impfdosen nicht gemacht worden.

Die Entscheidung zum Strategiewechsel bei den Impfungen gegen das Affenpockenvirus hat gestern Abend die so genannten Risikomanagementgruppe (RMG) auf Rat der Risikobewertungsgruppe (RAG) getroffen. Die RMG legte vier Profile von Personen fest, die sich vorbeugend gegen Affenpocken impfen lassen können:

  • Männer, die Geschlechtskontakt mit anderen Männern haben, HIV positiv sind oder eine HIV-Präexpositionsprophylaxe einnehmen oder in den vergangenen zwölf Monaten mindestens zweimal an einer sexuell übertragbaren Krankheit erkrankt sind
  • Männliche und transsexuelle Sexarbeiter
  • Menschen mit Immunstörungen, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Laborpersonal, das mit dem Affenpockenvirus arbeitet

Die Zahl der auf diese Weise definierten Personen schätzen RMG und RAG auf etwa 2.000. Sie sollen eine erste Impfdosis ab nächster Woche erhalten. Die nötige zweite Dosis soll mit der Lieferung der zusätzlichen Impfstoffe voraussichtlich im Herbst verabreicht werden. Personen mit Immunstörungen, die für die Impfung in Frage kommen, erhalten die zweite Dosis bereits nach 28 Tagen.

Die Impfstoffe werden auf die neun Referenzzentren im ganzen Land verteilt.

Inzwischen wurden auch die ersten Todesfälle außerhalb Afrikas im Zusammenhang mit dem Affenpockenvirus gemeldet. In Spanien hat das Gesundheitsministerium den Tod von zwei Menschen gemeldet. Spanien ist mit bisher 4.298 bestätigten Fällen stark vom Affenpockenvirus betroffen. In Brasilien soll nach lokalen Medienangaben ein 41-jähriger Mann an den Folgen des Affenpockenvirus gestorben sein. Er litt angeblich schon vorher unter Immunschwäche.

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