Student in Ägypten wird von Präsident begnadigt – Genter Freundin erleichtert

Der Student Ahmed Samir ist in Ägypten von Staatspräsident Abdel Fatah El-Sisi begnadigt worden. Nach über einem Jahr Haft kann er zu seiner Freundin nach Gent zurückkehren.

Souheila Yildiz aus Gent hatte sich seit der Verurteilung ihres ägyptischen Freundes Ahmed Samir von vor über einem Jahr für dessen Freilassung aus einem ägyptischen Gefängnis eingesetzt. Unterstützung bekam sie dabei vom Dachverband der flämischen Universitäten sowie von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Samir studiert in Flandern, war aber während eines Besuchs in seinem Heimatland Ägypten verhaftet worden. Ihm wurde vorgeworfen, in sozialen Medien Nachrichten gepostet zu haben, die nach Ansicht der ägyptischen Sicherheitsbehörden „Fake News“ enthielten und auf die Beteiligung an terroristischen Aktivitäten schließen ließen. Samir hatte bestritten, die Nachrichten geschrieben zu haben. Der junge Mann wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Seine Freundin hat nun in einem Facebook-Post mitgeteilt, dass Samir völlig unerwartet freigelassen worden sei. Er sei gestern vom Präsidenten begnadigt worden.

Es hätte nie zu einer Verurteilung kommen dürfen.

Wies De Graeve, Amnesty International

„Samir wurde zusammen mit zwei anderen Personen begnadigt, das wurde im ägyptischen Fernsehen verkündet", bestätigt Wies De Graeve von Amnesty International. „Wir sind froh und erleichtert, denn Samir saß wegen falscher Anschuldigungen im Gefängnis. Der Fall beweist, wie schlecht es um die Menschenrechte in Ägypten steht. Es hätte nie zu einer Verurteilung kommen dürfen."

Aufgrund seiner Begnadigung muss Samir seine Haftstrafe jetzt nicht weiter absitzen. Doch De Graeve bleibt vorsichtig: „Wir werden erst dann völlig beruhigt sein, wenn Samir das Gefängnis tatsächlich verlassen hat.“ 

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